Was kann man gegen den Boom der miesen Jobs machen? Wenn wir zukünftig in einer Arbeitswelt leben wollen, in der Werte wie Solidarität und Gemeinschaft eine Rolle spielen, dann müssen wir jetzt handeln. Die Solidargemeinschaft mit all ihren Sozialleistungen sollte nicht in erster Linie als Kostenfaktor gesehen werden, sondern als System, das sozial Schwache vor dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Absturz bewahrt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind keine Ware, die flexibel hin- und hergeschoben werden kann, sondern Individuen, die ihr Leben eigenständig gestalten wollen, und dazu brauchen sie auch eine sichere berufliche Perspektive.
Keine Anreize für Ausbeutung
Wer heute zu den prekär Beschäftigten gehört, braucht eine bessere Absicherung. Das gilt für arbeitsrechtliche Fragen genau so wie für die Leistungen der Sozialversicherung. Solange die Arbeitgeber Anreize haben, Menschen außerhalb der Sozialversicherung zu beschäftigen, werden sie dies tun. Sie dürfen keine Möglichkeit haben, die Risiken allein bei den Beschäftigten abzuladen und sich - wie bei der Leiharbeit - vor längerfristigen Verpflichtungen zu drücken. Die Politik muss dringend umsteuern, denn prekäre Beschäftigung hat einen hohen gesellschaftlichen Preis. Statt McJobs brauchen wir gute Arbeit: sichere Arbeitplätze, die nicht krank machen, einen Lohn, von dem man leben kann, Weiterbildung, Mitbestimmung und familienfreundliche Arbeitszeiten.
Was tun der DGB und die DGB-Jugend gegen prekäre Beschäftigung?
Der DGB-Bundeskongress hat im Mai 2006 beschlossen, prekäre Beschäftigung stärker in den Fokus der Gewerkschaften zu rücken. Mit Unterstützung des Internationalen Instituts für empirische Sozialökonomie haben wir einen Index zur Beschreibung der Arbeitsqualität in Deutschland entwickelt: den DGB-Index Gute Arbeit. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di betreut in einem Projekt kleine Selbstständige und hilft ihnen bei der Durchsetzung ihrer Interessen. Die IG Metall betreibt ein Netzwerk für ZeitarbeiterInnen. Um Tipps und Erfahrungsaustausch rund um das Thema Praktikum geht es bei der Initiative Students at work der DBG-Jugend.
Die DGB-Publikation "Prekäre Beschäftigung - Herausforderung für die Gewerkschaften" (September 2007) nennt Zahlen und Hintergründe zu Leiharbeit, Schein-Selbständigkeit, Praktika, Mini-Jobs etc. und zeigt Lösungsmöglichkeiten für Gewerkschaften und Politik auf.
Sie findet sich hier: www.dgb.de/...
http://www.dgb.de/service/publikationen/
Die DGB-Jugend-Publikation Jung und prekär (Ausgabe Oktober 2007) aus der Reihe Soli extra beleuchtet ausführlich, was prekäre Beschäftigung in Form von Praktika, Honorarjobs und genereller Unsicherheit für Berufseinsteiger bedeutet.