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Der Blick in die Nachbarländer

McJobs in Europa

Auch in vielen anderen Ländern Europas herrschen prekäre Arbeitsverhältnisse, und manchen Regierungen sind sie noch nicht prekär genug. Beispiel Frankreich: Arbeitgeber sollten ihre Angestellten unter 26 während der ersten zwei Arbeitsjahre ohne jede Begründung und Vorwarnung entlassen können. So wollte es zumindest die Regierung. Sie war überzeugt, mit ihrem Gesetz mit dem wohlklingenden Namen "Vertrag zur Ersteinstellung" (Contrat Première Embauch, CPE) durch den Abbau von Mindeststandards mehr Jobs zu schaffen. Dass dieser Gesetzesvorschlag nicht verabschiedet wurde, haben die Franzosen den massiven Protesten von Jugendlichen und StudentInnen zu verdanken. Diese übten so lange Druck auf die Regierung aus, bis sie den Entwurf zurücknahm.

Beispiel Italien

Mehr als die Hälfte der 25- bis 35-Jährigen verdienen gerade mal 1000 Euro im Monat. Davon alleine zu leben ist schwer genug, eine Familie kann man damit nicht ernähren. Passend zum monatlichen Einkommen tragen die Angehörigen dieser Generation den Namen "Milleuristi". Folge der gravierenden Situation: Fast die Hälfte der 30- bis 34-Jährigen lebt noch bei den Eltern. Um eine eigene Existenz aufzubauen, fehlt es jungen Italienerinnen und Italienern schlicht an finanziellen Mitteln.

Auch in Belgien und Österreich geht die Unsitte der Schein-Praktika um. Immer mehr HochschulabsolventInnen müssen Praktika absolvieren, weil sie keine reguläre Stelle finden. Viele dieser Praktika ersetzen volle Stellen - werden aber kaum oder gar nicht vergütet.

Für Arbeitnehmerrechte in Europa

Leider muss man EU-PolitikerInnen dieser Tage erst davon überzeugen, dass die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes nicht zu weniger, sondern zu mehr prekären Jobs führt. Die EU-Kommission hat einen Gesetzesentwurf ("Grünbuch") zur Erneuerung des Arbeitsrechts entwickelt. Hier vertritt sie die Auffassung, dass sich "herkömmliche Beschäftigungsmodelle" hemmend auf die Anpassung an den Strukturwandel auswirken und Neueinstellungen eher erschweren könnten. Der DGB hat dies in seiner Stellungnahme zum Grünbuch klar zurückgewiesen. Wir müssen uns nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer Ebene gegen eine Politik wehren, die Prekarität fördert.

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Dokumentation

Konferenz Junge Prekäre

Am 1. April 2009 hat die DGB-Jugend gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung die Konferenz "Interessen und Interessenvertretung von jungen Prekären" in Berlin veranstaltet.
Am Anfang der Konferenz stand die Frage im Mittelpunkt, wie Gewerkschaften junge prekär Beschäftigte besser organisieren kann. Am Ende gab es erste Strategien und Handlungsmöglichkeiten, mehr Infos in der Konferenzdokumentation.



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Studie

Junge besonders prekär

Junge Beschäftigte wünschen sich Sicherheit und Planbarkeit, statt unterbezahlter Kurzzeitjobs. Von diesen sind sie jedoch besonders betroffen. Das ist das Ergebnis einer Ende November 2007 veröffentlichten Studie der DGB-Jugend.