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Junge Arbeitnehmer

Zukunft ungewiss

(29. November 2007) Jüngere Beschäftigte haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Dies ist das Ergebnis der Sonderauswertung von Daten, die der DGB und das Institut für Empirische Sozialökonomie dieses Jahr für den DGB-Index Gute Arbeit erhoben haben.

Über 1000 Beschäftigte unter 30 Jahre (ohne Auszubildende) sowie als Vergleichsgruppe mehr als 5000 Beschäftige über 30 Jahre sind befragt worden, wie sehr sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Die Sonderauswertung ist die erste repräsentative Untersuchung der Arbeitsqualität jüngerer Beschäftigter.

Jüngere Beschäftigte müssen der Auswertung zufolge deutlich häufiger als ältere mit unsicheren und schlecht bezahlten Jobs vorlieb nehmen. Und junge Beschäftigte sind häufiger befristet beschäftigt oder arbeiten in Zeitarbeit.

Die Ergebnisse der Studie belegen unter anderem, dass 53 Prozent der jungen Beschäftigten trotz ihrer kurzen Erwerbsbiografie bereits mindestens einen befristeten Arbeitsvertrag hatten, während es in der Vergleichsgruppe der Über-30-Jährigen "lediglich" 33 Prozent sind. Junge Arbeitnehmer sind zudem überdurchschnittlich häufig von Zeitarbeit betroffen: 15 Prozent der Unter-30-Jährigen gegenüber 8 Prozent der Älteren.

Jugendliche legen besonders Wert auf Arbeitsplatzsicherheit und ein ausreichendes und angemessenes Einkommen. Aber genau hier tut sich eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf, so ein Ergebnis der Auswertung.

Insgesamt finden nur 11 Prozent der jüngeren Beschäftigten qualitativ gute Arbeitsbedingungen vor. Dies führt dazu, dass trotz hoher Identifikation mit der Arbeit die Verbundenheit mit dem Unternehmen fehlt. Dennoch können sich 79 Prozent vorstellen, sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen.

René Rudolf, DGB-Bundesjugendsekretär: "Die Ergebnisse zeigen: Wir haben es hier mit einer hoch motivierbaren und engagierten, aber auch stark verunsicherten Generation zu tun. Gerade in einem Alter, in dem möglicherweise eine Familiengründung ansteht, führen unsichere Arbeitsverträge, niedrige Einkommen und stark wechselnde Arbeitsbelastung häufig dazu, dass junge Menschen ihre berufliche und auch familiäre Zukunft nur schlecht planen können. Doch junge Beschäftigte haben, wie ältere auch, einen Anspruch auf qualitativ hochwertige, sichere und fair bezahlte Arbeit. Junge Menschen brauchen eine Perspektive und dürfen nicht weiter die - meist unfreiwilligen - Vorreiter bei der Flexibilisierung der Arbeitswelt sein."

Um "Gute Arbeit" zu  erreichen, fordert die DGB-Jugend unter anderem:
  • Eindämmung der Zeitarbeit sowie gleiche Bezahlung und Behandlung der Stammbelegschaft und der Zeitarbeitnehmer/innen.
  • Einschränkung der Minijobs
  • Eindämmung befristeter Arbeitsverhältnisse und einen gesetzlichen Anspruch auf Übernahme, wenn im Unternehmen Arbeitskräftebedarf besteht
  • Einführung gesetzlicher Mindestlöhne nicht unter 7,50 Euro pro Stunde, damit Wettbewerb nicht länger über Dumpinglöhne ausgetragen wird
  • Gleichstellung von Männern und Frauen bei der Bezahlung sowie bei den Aufstiegschancen.

Wichtigste Ergebnisse (PDF, 361 kB, hier veröffentlicht am 04.02.2009)

der Studie zur Arbeitsqualität von jungen Beschäftigten


Medienresonanz:

tagesschau vom 28. November 2007: "DGB zu Berufsanfängern: Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB über Berufsanfänger", Bericht zu finden unter www.tagesschau.de/..., siehe auch den schriftlichen Bericht: "Junge Leute sind Verlierer des Arbeitsmarktes", zu finden unter www.tagesschau.de/...

n-tv, 28. November 2007: "Unter 30-Jährige sind Verlierer", Bericht zu finden unter www.n-tv.de/...

Netzzeitung, 28. November 2007: "Praktikums-Prekariat hat das Nomadentum satt", Bericht zu finden unter www.netzeitung.de/...

N-24-online, 28. November 2007:" DGB-Jugendstudie: Generation Praktikum hat Nomadentum satt", www.n24.de/...

Deutschlandfunk, 28. November 2007: "DGB-Studie Prekäre Jobs", hier zu hören

Süddeutsche Zeitung, 29. November 2007: "Billig und willig", Bericht zu finden unter www.sueddeutsche.de/...

Der Tagesspiegel, 29. November 2007: "Jung, gut ausgebildet – und frustriert", Bericht zu finden unter www-tagesspiegel.de/...

Berliner Zeitung, 29. November 2007: "Ungewünschte Flexibilität", Bericht zu finden unter www.berlinonline.de/...

die tageszeitung, 29. November 2007: "Ungewünschte Flexibilität", Bericht zu finden unter www.taz.de/...

Frankfurter Rundschau, 29. November 2007: "Arbeit für Junge: Befristet, unsicher, unterbezahlt", Bericht zu finden unter www.fr-online.de/...

SWR1, Sendung vom 30. November 2007: "Jung, gut, ausgebeutet? Berufseinsteiger in Deutschland", Bericht zu finden unter www.swr.de/...

RTL-Nachtjournal, Sendung vom 29. November 2007, zu finden unter www.podcast.de/...