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Zivildienst

Verlängerung kostet tarifgebundene Stellen

Zivildienstleistende sollen nach den Plänen des Familienministeriums ihren neunmonatigen Dienst freiwillig um bis zu sechs Monate verlängern können. So sollen Wartezeiten bis zum Beginn des Studiums oder der Ausbildung überbrückt werden.

Die DGB-Jugend lehnt den Vorschlag für die freiwillige Verlängerung des Zivildienstes ab, denn ein „freiwillig verlängerter Zivildienst“ ist ungeeignet, für ehemalige Zivildienstleistende neue befristete Arbeitsverhältnisse im sozialen Bereich zu schaffen.

Richtig ist: Einberufungen zwischen Abitur und Studium führen zu erheblichen Wartezeiten. Der neunmonatige Zivildienst fällt in einen fünfzehnmonatigen Zeitraum zwischen Schulende im Juni und Studienbeginn im Oktober des Folgejahres. Ähnliche Wartezeiten entstehen auch bis zum Beginn einer Berufsausbildung im Folgejahr oder bei Arbeitslosigkeit nach dem Zivildienst. Manche möchten diese Übergangszeiten mit Arbeit füllen. Dafür bietet sich die Weiterarbeit in der Einrichtung an, in der zuvor Zivildienst geleistet wurde.

Schon heute werden ehemalige Zivildienstleistende im Anschluss an ihren Zivildienst weiterbeschäftigt, wo genügend Geld zur Verfügung steht. Diese Beschäftigungen erfolgen jedoch nach den jeweiligen Tarifregelungen der Einrichtungen. Mit einer freiwilligen Verlängerung des Zivildienstes könnten Zivis jedoch zu subventionierten Konkurrenten von tarifgebundenen ArbeitnehmerInnen auf dem Arbeitsmarkt werden.

Zivildienst ist Ersatz für ansonsten zu leistenden Grundwehrdienst. So sieht es das Grundgesetz vor. Zivildienst ist nicht dazu da, neue Billig-Arbeitsverhältnisse im sozialen oder ökologischen Bereich entstehen zu lassen.