(dgb-jugend, 5. Oktober 2010) Vor 30 Jahren, am 26. September 2010, fand das schwerste Bombenattentat in der Geschichte der Bundesrepublik statt. Am Haupteingang des Festplatzes des Münchener Oktoberfestes detonierte eine Bombe.
Zusammen mit der Landeshauptstadt München erinnert die DGB-Jugend
München seit 1983 mit einer Kranzniederlegung an diese schreckliche Tat.
13 Menschen wurden damals getötet, darunter drei Kinder im Alter von sechs, acht und elf Jahren. 211 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Unter den Toten war auch der Täter, der 21-jährige Gundolf Köhler.
Die Opfer des Attentats, ihre Angehörigen und diejenigen die damals für die Versorgung der Verletzten und die Bergung der
Toten verantwortlich waren, leiden zum Teil bis heute an den psychischen und physischen Folgen.
Die Tat hatte einen rechtsextremen Hintergrund. Der Täter stand in Verbindung zu der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann. Die Hintergründe des Attentats wurden bis heute nicht richtig aufgearbeitet. Das offizielle Ermittlungsergebnis wurde immer wieder angezweifelt. So ist bis heute nicht bewiesen, ob es sich um einen Einzeltäter handelte oder einer Gruppe von Tätern. Verschiedene Gruppen und Parteien versuchen jetzt eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu erwirken.
Bis heute wird offiziell die These vertreten, es habe sich bei dem Rechtsextremisten Köhler um einen „Einzeltäter“ gehandelt. Ein von Gewerkschaftern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Bayern verfasster Offener Brief soll nun an Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger gehen - die Forderung: Das Verfahren wieder aufzunehmen und neue Unterlagen zu berücksichtigen.
Infos:
www.dgb-jugend-muenchen.de