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Neue Studie

Noch nicht erwachsen, schon arbeitslos

(dgb-jugend, 14. Oktober 2008) Jugendliche haben in Deutschland ein doppelt so hohes Risiko den Job zu verlieren wie andere Beschäftigte. Das wahre Ausmaß der Jugendarbeitslosigkeit wird zudem unterschätzt. Der Grund: Sie wird in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nicht umfassend abgebildet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bereichs Arbeitsmarktpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund (siehe unten).

Derzeit sinkt zwar die Zahl der arbeitslos registrierten Jugendlichen und folgt damit der bisherigen günstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Doch die jungen Arbeitnehmer/-innen haben ein doppelt so hohes Risiko arbeitslos zu werden. Sie wären demnach die ersten Opfer, wenn sich die Konjunktur zum Schlechteren wendet. Laut DGB-Studie könnte ein erstes Anzeichen dafür die Zahl der Zu- und Abgänge in die Erwerbstätigkeit im Juli sein: Weniger jungen Menschen gelang es ihre Arbeitslosigkeit zu beenden.

Das Risiko arbeitslos zu werden - und es auch dauerhaft zu bleiben - betrifft besonders Jugendliche ohne oder mit niedrigem Schulabschluss und mit geringer beruflicher Qualifikation. Berufseinsteiger werden unter dem Vorwand mangelnder Berufserfahrung und fehlender Qualifizierung zunehmend in prekäre Beschäftigung gedrängt. Statt mit eigener Ausbildung auf den Fachkräftemangel zu reagieren, nutzen viele Unternehmen die Situation aus. Berufseinsteiger werden auf höchste Flexibilität, konditioniert - bei geringer Bezahlung und wenig Sicherheit.

Was auf der einen Seite an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung für Jüngere verschwindet, taucht auf der anderen Seite wieder als prekäre Beschäftigung auf. Das Normalarbeitsverhältnis - von dem viele Junge so nur noch träumen können - wird zunehmend untergraben.

Mehr zum Thema in unserer Rubrik Jugendarbeitslosigkeit