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Deutscher Bundesjugendring

Integration und demographischer Wandel

Ohne Zuwanderung würde der Bevölkerungsrückgang in Deutschland ein noch größeres Ausmaß annehmen. Leider werden die Potentiale, die mit Zuwanderung verbunden sind nicht genutzt. Einerseits verhindert eine nach wie vor restriktive Einwanderungspolitik, dass alle Menschen, die dies wollen, die Chance bekommen, in Deutschland zu leben und unser Land zu bereichern. Anderseits verhindert der Umgang mit Migrant/innen oft, dass sie ihre Potentiale in Deutschland entfalten. Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland sind nach wie vor benachteiligt. Ihnen sind oft Zukunftschancen verbaut. Kinder und Jugendliche, die unter diesen Voraussetzungen aufwachsen, sind von gesellschaftlicher Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die Debatte über das Für und Wider von Migration ist heute überholt. Aus Sicht des Deutschen Bundesjugendrings gilt es vielmehr, endlich der Realität Rechnung zu tragen und das diskriminierende Ungleichgewicht zwischen Mehrheit und Minderheit zu beseitigen.

Die Kinder- und Jugendverbände und ihre Zusammenschlüsse tragen dem bereits Rechnung. Sie öffnen sich zunehmend für Menschen mit Migrationshintergrund, suchen die Zusammenarbeit mit deren Selbstorganisationsstrukturen und motivieren diese zur Mitwirkung in den Jugendringen.

Aus Sicht des Deutschen Bundesjugendrings ergeben sich folgende Forderungen:

  • Deutschland braucht ein modernes Zuwanderungsrecht, das nicht länger vom Abwehrgedanken getragen ist, sondern den Chancen von Zuwanderung Rechnung trägt. Da dies der-zeit noch nicht gegeben ist, ist der Bundesgesetzgeber entsprechend gefordert. Dabei gilt es, Zuwanderung als Chance und nicht als Risiko zu begreifen. Bund, Länder und Kommunen sind gefordert, diesen Gedanken bei der konkreten Umsetzung des aktuellen Zuwanderungsgesetzes durch entsprechende Richtlinien und Verwaltungsvorschriften in die Tat umzusetzen.

  • Junge Menschen mit Migrationshintergrund müssen zu allen wesentlichen und wichtigen gesellschaftlichen Bereichen, wie z.B. dem Zugang zu (Aus-)Bildung und dem Arbeitsmarkt sowie der fairen Teilhabe und Mitwirkung an Entscheidungsprozessen gleichberechtigten Zugang haben. Dies ist durch die Änderung der entsprechenden Gesetze und Verordnungen sicherzustellen. Wir fordern ein kommunales Wahlrecht auch für Nicht-EU-Bürger/innen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben.
  • Die zunehmende interkulturelle Öffnung und der Ausbau der Integrationsangebote der Kinder- und Jugendorganisationen müssen durch den Staat und die Öffentlichen Träger anerkannt und verstärkt gefördert werden.
Demographischer Wandel (PDF, 85 kB, hier veröffentlicht am 06.08.2008)

Der gesamte DBJR-Beschluss zum Thema "Demographischer Wandel - Gestaltung unter veränderten Rahmenbedingungen" zum downloaden.