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Dresden, 19. Februar 2011

Quergelegte Protestaktionen

(dgb-jugend, 14. Januar 2011) Am 13. und 19. Februar 2011 beteiligt sich die Gewerkschaftsjugend erneut an Sitzblocken gegen den Naziaufmarsch in Dresden.

Am 19. Februar 2011 wollen Neonazis erneut durch Dresden marschieren. Die Gewerkschaftsjugend beteiligt sich auch 2011 an dem Bündnis "Nazifrei – Dresden stellt sich quer!".

Seit Jahren versuchen die Nazis die Bombardierung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur anzuknüpfen. So relativieren sie die deutsche Schuld an Vernichtungskrieg und Holocaust ebnen den Weg, die Verbrechen Deutschlands komplett zu leugnen.

Am 13. Februar 2010 konnte der europaweit größte Naziaufmarsch mit Massenblockaden erstmals verhindert werden. Die Polizei musste aufgrund der massenhaften Beteiligung an den Blockaden nach mehreren Stunden den größten Aufmarsch von Neonazis in Europa absagen und die Rechtsradikalen zu ihren Bussen eskortieren.

An diesen Erfolg will das Bündnis 2011 anknüpfen. "Wir halten an unserem erklärten Ziel fest, Europas größten Naziaufmarsch mittels Massenblockaden zu verhindern. Deshalb rufen wir bundesweit dazu auf, am 19. Februar 2011 nach Dresden zu kommen und mit uns gemeinsam durch Aktionen des zivilen Ungehorsams den Naziaufmarsch endgültig Geschichte werden zu lassen", so Franziska Radtke, Sprecherin des Bündnis.

Die Nazis mobilisieren an diesem Tag bundes- und europaweit nach Dresden, um ihr geschichtsrevisionistisches Gedenken an die Bombardierung Dresdens zu begehen. Für den Tag sind mehrere Kundgebungen angemeldet. "Nazifrei! - Dresden stellt sich quer" richtet den Fokus seines Protests auf dieses Datum, um die zentrale Veranstaltung der Nazis zu verhindern.

Auch am Abend des 13. Februar 2011 wollen Nazis durch Dresden marschieren. Für diesen Tag rufen lokale Nazigruppen zu einem Fackelmarsch auf. "Am 13. Februar, dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens, planen vor allem Nazis aus dem Dresdener Raum einen Trauermarsch. Auch an diesem Tag werden wir mit vielfältigen, dezentralen und bunten Aktionen in Dresden präsent sein und die Nazis nicht ungestört lassen. Durch eine Begehung der Orte der Täter und durch das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus greifen wir in den Gedenkdiskurs ein und protestieren so gegen das Geschichtsrevisionismus der Nazis. Wir wenden uns vor allem an die Dresdnerinnen und Dresdner und alle Menschen in der Region, sich mit uns am 13. Februar lautstark den Nazis entgegenzustellen."
 
Den aktuellen Aufruf des Bündnisses haben bereits jetzt über 100 Prominente aus Politik, Kultur und Gesellschaft unterschrieben. Darunter befinden sich beispielsweise die Band Tocotronic oder Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Bundestags.

Weitere Infos: www.dresden-nazifrei.com

Rückfragen an  Jan Duscheck, Jugendsekretär, ver.di Bundesvorstand, Bereich Jugend, Paula-Thiede-Ufer 10 10179 Berlin, Tel.: 030 6956-2359, Fax: 030 6956-3646, E-Mail: jan.duscheck@verdi.de, www.verdi-jugend.de