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DGB-Aktion zum Bildungsgipfel

Das Wunder vom Kanzleramt

Das Video zur Aktion des DGB vor dem Kanzleramt (Doppelklick: Großversion)


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DGB-Bildungsgipfel - Die Aktion


(dgb-jugend, 16. Dezember 2009) Die Weihnachtszeit ist ja immer für eine Überraschung gut. Heute hat der Nikolaus mal eine Pressekonferenz springen lassen: „Ich hab wohl Kindergärten, Schulen und Hochschulen etwas aus den Augen verloren“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Bis ich feststellen musste: Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten gehen lieber zu großen Demonstrationen als in den Unterricht. Ist das denn die Bildungsrepublik, die ich wollte?“

Frau Merkel, das ist heute die Stimmen-Imitatorin Antonia von Romatowski. Das Merkel-Gesicht - eine Attrappe! Gemeinsam mit Gewerkschafter/-innen ist sie an diesem Mittwoch, dem 16. Dezember 2009, vor das Kanzleramt gezogen und stellt sich dort mit ihrer Freundin, der Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) und ein paar Ministerpräsidenten vor die Presse. Schavan wird von Jugendsekretärin Mirjam Blumenthal vom DGB-Bundesvorstand gespielt.

Die beiden sind sich einig: Die echte Bildungsrepublik Deutschland muss her. „Es läuft was schief in unserem Land“, sagt „Frau Merkel“. Und: „1,5 Millionen junge Menschen sind ohne Ausbildung. Viele Schüler ohne Abschluss. An den Hochschulen herrscht Chaos. So geht das nicht weiter.“

Wie Blumenthal ist auch Antonia von Romatowski im Dienste des DGB und der Gewerkschaften vor Ort. Denn im Kanzleramt findet der Bildungsgipfel von Bund und Ländern statt - und die Gewerkschafter/-innen wollen sich Gehör für ihre Forderungen verschaffen. Blumenthal: „Ich erwarte, dass Bilder entstehen, die der Öffentlichkeit klar machen, dass hier hinter verschlossenen Türen etwas passiert was alle betrifft. Solidarisches Handeln ist gefragt.“

Investiert werden soll, das wissen auch die, die heute in dem Gebäude sitzen. Die, die draußen stehen, Gewerkschafter/-innen, Student/-innen und Schüler/-innen - Teilnehmer/-innen des „Bildungsstreiks 09“ - wüssten gern, wann, wo und wohin. „Wir rufen heute die Bildungsrepublik aus, das wollen wir der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten klar machen“, sagt Matthias Anbuhl vom Bereich Bildung, Forschung und Qualifizierung beim DGB-Bundesvorstand. „Wir wollen eine Kurskorrektur - und dass Frau Merkel eine Neubewertung der Lage vornimmt. Wir sehen nicht ein, dass eine Milliarde Euro Steuergeschenke an Hotels verteilt werden und für die Bildung Geld fehlt.“

DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf sagt, wo es hakt: „An der Frage der Bildungsgebühren, an der Frage der Zeit, am Druck. Da müssen Bund und Länder gemeinsam ran.“

Die Abschaffung aller Bildungsgebühren von der Kita bis zur Uni sei gefordert, Turbo-Bachelor, -Abi oder Ausbildung in Rekordzeit, das solle es nicht mehr geben. Rudolf: „Gute Bildung braucht mehr Zeit.“

Und mehr Geld. Denn der Bildungsbereich ist in Deutschland chronisch unterfinanziert: "Wir erwarten ganz konkrete Zusagen, wo gefördert werden soll und wo investiert wird“, sagt Rudolf.

Das sagt jetzt auch die Frau Merkel in Gewerkschaftsdiensten: „Studiengebühren werden abgeschafft, Bachelor und Master renoviert und ab morgen fließen mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung.“ - Schau an, da war es: das Wunder vom Kanzleramt.

 

(Autor: Jürgen Kiontke) 

Die DGB-Jugend hat einen Zehn-Punkte-Plan für eine nationale Bildungsstrategie entwickelt. Siehe hier.

"Riesige Enttäuschung": Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock zu den Ergebnissen des Bildungsgipfels hier