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Sozialforum Malmö

15.000 für ein anderes Europa

(dgb-jugend, 23. September 2008) "Another world is possible!" – Unter diesem Motto demonstrierten rund 15.000 Menschen am 20. September im schwedischen Malmö im Rahmen des Europäischen Sozialforums (ESF). GewerkschafterInnen, Menschen aus Sozial- und Umweltbewegungen, Nichtregierungsorganisationen und kapitalismuskritischen Gruppen zogen gemeinsam durch die schwedische Hafenstadt und zeigten die Vielfalt der Globalisierungskritik.

An den rund 260 Workshops, Seminaren und Versammlungen des Europäischen Sozialforums nahmen etwa 13.000 Menschen aus der ganzen Welt teil, um sich gemeinsam über politische Alternativen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Aktionen zu planen.
 
Neu war ein von Gewerkschaftsjugenden aus acht verschiedenen Ländern eingerichteter Jugendraum, wo es in sechs Workshops speziell um die Probleme junger Menschen ging: Hier diskutierten junge KollegInnen und Interessierte über Themen wie Bildungszugang, Arbeitsmigration und neue gewerkschaftliche Ansätze wie Organizing.

Eine wichtigte Erkenntnis dieser Diskussionen: Junge Menschen haben weltweit ähnliche Probleme, was einer häufig neoliberalen Politik und dem damit verbundenden fortschreitenden Abbau von sozialen Standards liegt.

René Rudolf, DGB-Bundesjugendsekretär bewertet das Sozialforum positiv: "Das ESF war für die europäische Gewerkschaftsjugend ein toller Erfolg. Alleine aus Deutschland konnten 250 junge Kolleginnen und Kollegen nach Malmö mobilisiert werden."
 
Auch über den Jugendraum hinaus gab es Vernetzungen und Diskussionen. Stefan von der IG Metall aus Leipzig sagt dazu: "Es ist bemerkenswert, dass beim ESF trotz unterschiedlicher Ansätze ein großes Interesse an solidarischem Umgang zum Vorschein kommt." So könnten beispielsweise die Klima- und Gewerkschaftsgruppen ihre Widersprüche zwischen einander auflösen und ihre Gemeinsamkeiten erforschen und somit Standpunkte entwickeln.
 
Auch wenn ein ESF vor allem der Vernetzung dient, wurden einige konkrete Aktionen beschlossen: So einigten sich bei der Versammlung der sozialen Bewegungen die Teilnehmenden darauf, dass am 6. Dezember eine Großaktion in Paris stattfindet, um Druck auf die EU-Präsidentschaft Frankreichs auszuüben. Im Fokus stehen die EU Direktiven zu Arbeitszeit und Arbeitsmigration. Diese Aktion ist Teil einer neuen "gemeinsamen europäischen Kampagne" gegen die Sozial- und Arbeitspolitik der EU.
 
"Erstmal geht es jetzt darum, die Erfahrungen vom ESF zurück in die Bewegungen zuhause zu tragen", sagt Stefan aus Leipzig. Die jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die aus Deutschland nach Schweden kamen, können viel davon lernen wie andere Gewerkschaften arbeiten. Und bis zum nächsten ESF in Istanbul 2010 gibt es schon jetzt für viele Leute Kontakte und mögliche Partner für Aktionen auf europäischer Ebene.


Fotos vom ESF sind zu finden unter


Siehe auch unsere Rubrik Europa