Trotz guter Konjunktur bleibt Ausbildung Mangelware. Das zeigen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit aus dem August 2007. Demnach suchen 710 924 junge Menschen eine Ausbildung, die Wirtschaft bietet aber nur 415 507 betriebliche Ausbildungsplätze an. Im Vergleich zu 2006 stieg die Zahl der Stellen zwar um 3,2%, aber es gehen somit immer noch 295 417 Ausbildungswillige leer aus.
Dabei gibt es große regionale Unterschiede: Während in den westlichen Bundesländern auf die BewerberInnen rechnerisch je 0,6 betriebliche Ausbildungsangebote kommen, sind es im Osten nur 0,3. Auch unter Berücksichtung der 85 925 unbesetzten Ausbildungsplätze bleibt das Problem bestehen: Nur 23% der Unternehmen bilden überhaupt aus. Würde man diesen Wert auf 30% steigern, so würde auf jeden Auszubildenden ein Ausbildungsplatz kommen.
Die Unternehmen könnten mehr
Die Wirtschaft hat das Potenzial, um die benötigten Stellen zu schaffen: Ungefähr 500 000 Betriebe könnten zusätzlich ausbilden. Dies geht aus einer Untersuchung des
Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor. Als ausbildungsfähig gelten Unternehmen, die über persönlich und fachlich geeignetes Personal sowie über eine entsprechende Ausbildungsstätte verfügen. Von den 1,7 Millionen Betrieben im Westen erfüllen etwa 55% diese Voraussetzungen, von den 390 000 Betrieben im Osten sind es 44%. Weitere drei Prozent aller Betriebe könnten im Verbund mit anderen Unternehmen Ausbildungsplätze anbieten.