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Gute Beispiele
Wie Tarifpartner mehr Ausbildung schaffen
In einigen Branchen und Regionen gibt es gut funktionierende Umlagesysteme oder Tarifvereinbarungen, welche die ausbildenden Betriebe entlasten.
Tarifvereinbarungen
Im Berliner Einzelhandel wird die Ausbildungsvergütung ein paar Monate später erhöht als vorgesehen - vorausgesetzt es bleibt bei der gegenwärtigen Zahl der Ausbildungsplätze. Sollten die Arbeitgeber mindestens 5% mehr Lehrstellen anbieten, so verschiebt sich die Erhöhung des Azubigehalts um einen weiteren Monat. Ein ähnliches Modell haben Gewerkschaft und Arbeitgeber der Eisen- und Stahlindustrie in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen gefunden: Da die Arbeitgeber in den Jahren 2004 und 2005 jeweils 50 zusätzliche Ausbildungsplätze angeboten haben, stieg die Ausbildungsvergütung vorerst nicht.
Ausbildungsumlage im Baugewerbe
Auf dem Bau hat sich das umlagefinanzierte Ausbildungssystem bewährt. Seit 1976 gibt es im Bauhauptgewerbe einen solidarisch getragenen Fonds, in den alle Unternehmen einzahlen, um damit jene finanziell zu entlasten, die ausbilden. Ergebnis: Die Ausbildungsbetriebe werden spürbar entlastet und haben eine vergleichsweise hohe Ausbildungsquote. Die Branche teilt sich somit die Kosten für die Ausbildung neuer Fachkräfte. Alle Bauunternehmen zahlen 1,6% ihrer Lohnsumme bei den Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka Bau) ein. Ausbildungsbetriebe erhalten daraus etwa ein Drittel der Kosten erstattet, die ein Lehrling verursacht. Bezuschusst wird die Ausbildung in 14 Handwerksberufen. 2003 überwies die Soka Bau rund 164 Millionen Euro für die Ausbildung von 38 440 Lehrlingen an 16 888 Betriebe. Weitere 94 Millionen Euro gingen an überbetriebliche Ausbildungsstätten.