Etwas mehr als ein Drittel (36%) der 15- bis 24-Jährigen in der EU arbeitet, von den Menschen von 15 bis 64 sind es 64% (EU-Staaten mit Rumänien und Bulgarien, Stand Mitte 2006). Natürlich ist die Beschäftigungsquote der jungen EuropäerInnen niedriger als die der Gesamtbevölkerung, schließlich machen viele junge Menschen ihre Ausbildung in Schulen und Hochschulen und stehen dem Arbeitsmarkt noch nicht zur Verfügung. Die Beschäftigungsquote ist je nach Land sehr unterschiedlich. Die meisten jungen Leute arbeiten in den Niederlanden (66,2%), Dänemark (63,7%), Österreich (52,3%) und Großbritannien (52,2%), die niedrigsten Raten werden aus Ungarn (21,2%), Bulgarien (23,0%), Polen (23,5%) und Litauen (23,9%) gemeldet.
Die Beschäftigungsquoten der EU-Staaten lassen sich allerdings nur bedingt miteinander vergleichen, da sie in einigen Ländern Teilzeitarbeit (z.B. Studentenjobs) berücksichtigen, in anderen wiederum nicht. Zudem spielen staatliche Zuschüsse für Studierende eine Rolle: In Frankreich etwa ist die Notwendigkeit, während des Studiums zu arbeiten niedriger als in anderen Ländern, da alle Studierenden Wohngeldzuschüsse erhalten, unabhängig vom elterlichen Einkommen. Ungefähr ein Viertel bekommt zusätzlich finanzielle Unterstützung vom Staat. Dementsprechend liegt Frankreich mit einer Beschäftigungsquote von 28,8% unter dem EU-Durchschnitt.
Überall sind Jugendliche öfter arbeitslos
Aussagekräftiger als die Beschäftigungsquote ist die Arbeitslosenquote. Bei den 15- bis 24-Jährigen lag sie im Januar 2007 bei 16,8% in der EU. Das ist zwar etwas niedriger als noch vor drei Jahren (19,2% im Januar 2004), dennoch sind Jugendliche damit doppelt so häufig arbeitslos gemeldet wie die Gesamtbevölkerung (7,5%). In einigen Mitgliedsländern ist der Unterschied zwischen Heranwachsenden und Durchschnittsbevölkerung besonders deutlich, etwa in Rumänien (23,4% gegenüber 7,5%) und Italien (20,1% gegenüber 6,7%). Am nächsten liegen die Arbeitslosenzahlen von Jugendlichen und Gesamtbevölkerung in den Niederlanden (6,9% gegenüber 3,6%).
Europäischer Pakt für die Jugend
Um die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, hatten die Staats- und Regierungschefs der EU im Frühjahr 2005 einen "
Europäischen Pakt für die Jugend" verabschiedet. Der Pakt erklärte die Absicht, jungen Menschen bei der sozialen und beruflichen Eingliederung zu helfen, EU-weite Programme zu Mobilität, Ausbildung und Forschung stärker miteinander zu vernetzen sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Bisher sind auf EU-Ebene diesen Worten allerdings noch keine Taten gefolgt.