In einer globalisierten Welt dürfen sich die ArbeitnehmerInnen nicht gegeneinander ausspielen lassen. Eine wichtige Rolle kommt dabei den international vernetzten Gewerkschaften zu.
Praktische Solidarität
Als im Januar 2006 die EU-Hafenarbeiterrichtlinie ("Port Package II") beschlossen werden sollte, machten Hafenarbeiter aus neun Staaten mobil. Während Hafenbedienstete europaweit demonstrierten, stellten die Gewerkschaften einen dreiteiligen Aktionsplan vor. Ergebnis: Die Richtlinie kam nicht durch. Mehr Infos zu den Streiks der Hafenarbeiter gibt es
hier. Zu den Arbeitsbedingungen von 1,2 Millionen Seefahrer siehe den Artikel in der DGB-Broschüre
Europäische und Internationale Sozialpolitik.
Das
Nord-Süd-Netz des DGB-Bildungswerkes ist der gewerkschaftliche Ansprechpartner für Entwicklungszusammenarbeit und internationale Solidarität. Es fördert internationale Kampagnen für gute Arbeitsbedingungen und Sozialstandards.
Die internationalen Gremien
Schon seit 1973 gibt es den
Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB). In ihm sind derzeit 81 nationale Gewerkschaften aus 36 Ländern aktiv.
Auf internationaler Ebene sind die Gewerkschaften schon seit langem gut vernetzt. Bis vor kurzem gab es sogar zwei weltweite Gewerkschaftsverbände. Im November 2006 schlossen sich der "Internationale Bund Freier Gewerkschaften" (IBFG), dem auch der DGB angehörte, und der "Weltverband der Arbeitnehmer" (WVA) zum
Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) zusammen. Dem IGB sind auch Gewerkschaftsverbände beigetreten, die vorher keinem der beiden internationalen Verbände angehörten, wie zum Beispiel die französische CGT.
Die
Global Labour University bietet in Deutschland, Südafrika und Brasilien zwölfmonatige Masterstudiengang zu Themen der Arbeitspolitik und Globalisierung an. Inhaltliche Schwerpunkte sind nachhaltige Entwicklung, soziale Gerechtigkeit, internationale Arbeitsrichtlinien, Gewerkschaften, Wirtschaftspolitik und globale Institutionen.