Auf dieser Website können sich PraktikantInnen – auch wenn sie (noch) nicht Gewerkschaftsmitglieder sind – kostenlos zu ihren Rechten und Problemen im Praktikum beraten lassen (siehe
hier). Außerdem findet sich auch eine
Praktikumsbewertung, die bei der Suche nach einem fairen Praktikumsplatz helfen kann. Im Falle eines Rechtsstreites mit dem Arbeitgeber, genießen Gewerkschaftsmitglieder Rechtsschutz. Weitreichende Informationen zu Rechten und Pflichten im Praktikum finden sich ebenfalls auf dieser Website, siehe
hier.
Weitere Informationen für die Interessenvertretung finden sich unter
www.aib-verlag.de.
Die DGB-Jugend hat in letzter Zeit verstärkt auf einen neuen Trend aufmerksam gemacht: Immer mehr Unternehmen stellen junge Menschen, die bereits erfolgreich eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, als so genannte "Praktikanten" ein und lassen sie un- oder unterbezahlt voll mitarbeiten. Die Unternehmen profitieren so in hohem Maße von den hoch qualifizierten, äußerst leistungswilligen und flexiblen MitarbeiterInnen, die sie kaum etwas kosten.
Indem sie kein angemessenes Gehalt für die erbrachte Leistung zahlen, nutzen die Unternehmen die schwierige Situation junger BerufseinsteigerInnen aus. Diese bleiben zum Teil jahrelang in prekären Beschäftigungsverhältnissen hängen und erhalten kein existenzsicherndes Einkommen. Indem sie teilweise auf staatliche Leistungen angewiesen sind, zahlt der Staat sogar noch drauf. Die DGB-Jugend eine Studie zu "Praktika von Hochschulabsolventen" erstellt: Fast 40 Prozent der AbsolventInnen machen noch ein Praktikum nach dem Studium, davon fast die Hälfte ein unbezahltes. Die Praktika dauern durchschnittlich 6 Monate. Bei der Hälfte dieser Praktika steht die Arbeitsleistung im Vordergrund, 36 Prozent der AbsolventInnen empfinden die Arbeitsbelastung sehr hoch (Stress, Überstunden). Dementsprechend fühlen sich nur 12 Prozent angemessen bezahlt.
Dank der Arbeit der DGB-Jugend sowie einer anhaltenden Medienberichterstattung ist die Öffentlichkeit zunehmend für diese Problematik sensibilisiert. Das hat unter anderem zur Folge, dass die Betroffenen ihre Situation nicht mehr als persönliches Versagen begreifen, sondern auch die politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen sehen. Die DGB-Jugend fordert eine zeitliche Begrenzung von Praktika sowie eine angemessene Bezahlung. Sie geht auf Akteure in Wirtschaft und Politik sowie auf die PraktikantInnen zu, um einen Ausweg aus der prekären Lage zu finden