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Die Zielgruppe AkademikerInnen
Insgesamt steigt der Anteil derjenigen, die über ein Hochschulstudium in das Erwerbsleben eintreten. So wird mittlerweile zirka ein Drittel jedes Geburtenjahrganges in Deutschland an den Fachhochschulen und Universitäten ausgebildet und dies mit steigender Tendenz. Hinzu kommen die Ausbildungsgänge, die den Betrieb und die Hochschule miteinander verbinden (zum Beispiel Berufsakademien, Studium im Praxisverbund). Die sehr stark berufsfeldorientierten Bachelor- und Master-Studiengängen werden diesen Trend zukünftig noch verstärken. Perspektivisch macht fast die Hälfte eines jeden Ausbildungsjahrganges nicht mehr die prägende Erfahrung eines betrieblichen Werdegangs. Darüber hinaus ist abzusehen, dass der Anteil von AkademikerInnen innerhalb der Betriebe aufgrund der zunehmenden Spezialisierung beziehungsweise des Strukturwandels weiter zunehmen wird.
Gewerkschaften müssen sich also verstärkt um diese Gruppe kümmern. Das Praktikum bedeutet für AkademikerInnen eine wichtige Möglichkeit, erste berufliche Kenntnisse zu erwerben. Dies kann sowohl im Rahmen obligatorischer Praktika, die von den Studienordnungen vorgeschrieben sind, erfolgen als auch im Rahmen freiwilliger Praktika. Mit der derzeitigen Einführung von Bachelor-/Master-Studiengängen nehmen Praxisphasen zu. Während dieser Praktika bewegen sich Studierende eine kurze Zeit im Betrieb – eine gute Chance, zukünftige Angestellte bereits während ihrer Ausbildung anzusprechen und auf die Rolle der Gewerkschaften aufmerksam zu machen. Bisherige Umfragen zeigen jedoch, dass die überwiegende Zahl der PraktikantInnen während ihres Aufenthaltes im Betrieb kaum bis gar keinen Kontakt mit dem Betriebsrat oder der JAV hat. Doch wo, wenn nicht im Betrieb, gibt es für Mitglieder von Betriebsrat und JAV Gelegenheit, Studierende bzw. AkademikerInnen anzusprechen?