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Alternativer Bildungsgipfel

Goldene Raffzähne 2008 verliehen

(dgb-jugend, 24. Oktober 2008) Während des Bildungsgipfels der Bundesregierung am 22. Oktober in Dresden haben fairwork e. V. und die DGB-Jugend die "Goldenen Raffzähne 2008" an die Firma x:hibit aus Berlin verliehen.

http://www2.dgb-jugend.de/w/gfx/medium/generationp/raffzahn.jpgDas Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat im Mai eine Studie zur Situation zum Berufseinstieg, und speziell von Praktikantinnen und Praktikanten vorgestellt, die belegt, dass viele Praktika tatsächlich normale, aber schlecht/gar nicht bezahlte Arbeitsplätze sind und selten zu einer anschließenden Anstellung führen. Um zu zeigen, dass diese Situation fortan besteht, haben fairwork und DGB-Jugend aufgerufen, unfaire Praktikumsangebote oder Erfahrungsberichte unfairer Praktika einzureichen. Aus den zahlreichen Einsendungen wurde die Firma x:hibit als das Unternehmen ausgewählt, dass die am wenigsten fairen Bedingungen bietet.

Vorgeschlagen wurde x:hibit von einem ehemaligen Praktikanten. Er berichtet, dass die Hälfte aller x:hibit-Mitarbeiter als Praktikanten beschäftigt sind - gern mit abgeschlossenem Studium und vorheriger Praktikumserfahrung auf ihrem Gebiet. Doch nicht nur dadurch spart das Unternehmen massiv Personalkosten, sondern auch durch die täglichen Überstunden, welche die Praktikantinnen und Praktikanten aufgrund des großen Arbeitspensums leisten.

Auch wenn fairwork und die DGB-Jugend wissen, dass kostendeckendes Arbeiten im Kulturbereich nicht einfach ist, ist ihre Forderung: Faire Löhne für faire Arbeit!

http://www2.dgb-jugend.de/w/gfx/small/generationp/2_plakat.jpgDer "Raffzahn 2008" wurde im Rahmen des Alternativen Bildungsgipfels verliehen, der von einem Aktionsbündnis aus Studierenden, Schülerinnen und Schülern, Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern auf dem Theaterplatz in Dresden organisiert wurde. Am Vormittag fanden mehrere Workshops rund um das Thema Bildung statt und endete mit einer Demonstration für bessere Bildung und gegen den Bildungsgipfel von Bund und Ländern. 

André Schnabel von der DGB-Jugend Sachsen forderte bei der Abschlusskundgebung ein gerechteres Bildungssystem: "Bildung muss in Zukunft als Menschenrecht begriffen werden und gute Bildung muss für jeden zugänglich sein." Um dieses Ziel zu erreichen, müssen laut Schnabel die Investitionen in Bildung deutlich erhöht werden: "Um auf den Durchschnitt der OECD-Länder zu kommen müssten jährlich rund 30 Milliarden Euro mehr ausgegeben werden. Das Rettungspaket für die Banken von 500 Milliarden Euro zeigt uns aber ganz deutlich, dass es auch einen Weg gibt, wenn man es nur will."

Bereits 20. Oktober 2008 haben die Gewerkschaften – mit Verweis auf den nationalen Bildungsbericht 2008 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) – auf dem DGB-Kongress "Neue Bildung für das Land – DGB-Kompass zum Gipfel" in Berlin Anforderungen an das Dresdner Treffen zusammengetragen.
 
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