(dgb-jugend, 27. August 2008) Es ist nicht so, wie das Bundesbildungsministerium es gern hätte: Selbständigkeit nach dem Studium ist eher eine Notlösung als Verwirklichung eines Traumes. Das behauptet mediafon, der ver.di-Online-Dienst für Solo-Selbständige, siehe
www.mediafon.net/...Gegenstand der unterschiedlichen Interpretation ist eine Online-Befragung von 15.000 Studierenden im Bundesgebiet. Weil nicht alle gleich "nein" geantwortet haben, als gefragt wurde, ob eine Selbständigkeit nach dem Studium in Frage kommt, hat das Bildungsministerium dies als Wunsch der Studierenden gedeutet.
Mediafon aber sagt: Die Gruppe der "Gründungsentschlossenen" hingegen ist mit 7,3 Prozent
eher gering. Addiert man dazu die 1,2 Prozent, die bereits
Gründungsschritte ergriffen haben und die 4,5 Prozent, die bereits
(nebenberuflich) unternehmerisch tätig sind, landet man nur knapp über
der realen Selbstständigenquote der gesamten Erwerbsbevölkerung."
Warum auch sollten plötzlich alle scharf darauf sein, für ihre Rente allein verantwortlich zu sein? (Auf das "Selbständigenhemmnis Altersvorsorge" weist mediafon hin, siehe
www.mediafon.net/...).
Oder andere Frage: Warum sollte es plötzlich en vogue sein, in Krisenzeiten vom Ersparten zu leben?
Dass Selbständigkeit nicht kategorisch ausgeschlossen wird, liegt wohl eher an der Arbeitsmarktsituation. Der Trend bei Arbeitgebern geht zur "Anmietung" von Arbeitskräften", am besten ohne Beteiligung an den Sozialversicherungskosten (siehe auch diese
Meldung). Das wissen auch die Berufseinsteiger von morgen und machen sich schon mal bereit für den "Albtraum".
Siehe auch unsere Rubrik
Selbständige; freiberufliche oder selbständige Studierende: siehe
hier