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Studierendensurvey

Erschreckend realistische Umfrage

(dgb-jugend, 26. August 2008) Der zehnte Studierendensurvey zu "Studiensituationen und studentischen Orientierungen" verheißt nichts gutes: Immer noch ist die soziale Herkunft offenbar ein Faktor dafür, ob jemand studiert oder nicht. Außerdem offenbart der Bericht, dass die Belastung der Studierenden durch Nebenjobs zunimmt. Und die Befragung zeigt: So richtig zufrieden mit dem Bachelor-Studiengang sind die Studierenden nicht.

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung veröffentlicht seit 1983 alle drei Jahre den Survey, als „Studienqualitätsmonitor". Der aktuelle beruht auf Angaben von 8.350 Studierenden und beinhaltet laut Autoren "repräsentative Aussagen": Studierende aller Altersgruppen und Fächern an 25 Unis und FHs in ganz Deutschland wurden befragt.

Ein Ergebnis der Umfrage ist, dass die soziale Herkunft für ein Studium maßgebend ist: 60 Prozent der Studierenden an deutschen Universitäten haben Eltern mit Studienerfahrungen. 1993 waren es noch 50 Prozent. Auch an Fachhochschulen ist die Quote der Studierenden aus Akademikerfamilien auf 44 Prozent gestiegen, 1995 waren es hier noch 30 Prozent.

Thema Studienfinanzierung: 47 Prozent der Studierenden sehen Arbeit neben dem Studium als Notwendigkeit. Insgesamt gehen 18 Prozent der Studierenden an Universitäten 12 bis 16 Stunden pro Woche arbeiten, an Fachhochschulen arbeiten gar 26 Prozent der Studierenden 12 bis 16 Stunden die Woche. Gleichzeitig studieren mehr Menschen auf Vollzeit – sicherlich ein Resultat der eingrenzenden Studiengänge im Zuge der Bologna-Reformen.

Vor allem Studentinnen sehen sich stark belastet durch ihre gegenwärtige und die erwartete finanzielle Lage nach Abschluss des Studiums. Insgesamt ist die aktuelle finanzielle Lage für 30 Prozent der Studierenden sehr belastend geworden – ein Anstieg von 11 Prozent gegenüber 1993.

Stichwort Bachelor: Lediglich 12 Prozent der Befragten erwarten, dass Bachelor-AbsolventInnen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Seit 2001 sind die Erwartungen von Befragten zurückgegangen dass mit einem Bachelor-Studiengang eine kürzere berufsqualifizierende Hochschulausbildung möglich sei. Auch wird der Bachelor immer weniger als ein geeigneter Abschluss für nicht an wissenschaftlicher Vertiefung Interessierte Studierende wahrgenommen – also genau das, was eigentlich durch einen Bachelor ermöglicht werden soll.

Aber auch jeder zweite Befragte meinte zu erkennen, dass die wissenschaftliche Qualität der Ausbildung abnimmt, 2001 meinte das nur jeder dritte.

Auch denkwürdig: 52 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der Bachelor zu "Akademikern zweiter Klasse" führe!

 

Den zehnten Studierendensurvey an Universitäten und Fachhocschulen über "Studiensituationen und studentsiche Orientierungen" gibt es zum Download unter www.bmbf.de/...

Siehe auch unsere Rubrik Dein Studium

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