(dgb-jugend, 1. März 2010) Die Studienreform nach Bologna sollte mit der in ihrem Zusammenhang erfolgten Modularisiering der Studiengänge und der Einführung konsekutiver Studiengänge dafür sorgen, dass mehr StudienanfängerInnen als bisher schnell mit einem Abschluss aus der Hochschule gehen. Viele Hochschulen haben mit der Verschärfung von Anwesenheitspflichten und Leistungserbringungsrichtlinien das vermeintliche Laissez-faire vieler Studierender zu Gunsten eines zieorientierteren Studiums beschneiden wollen. Das Ergebnis zeigt nun eine im Januar veröffentlichte Studie.
Befragt wurden 2008 ca. 2.500 StudienabbrecherInnen aus über 80 Hochschulen. Im Vergleich mit der letzten Studienabbrecherbefragung aus dem Jahr 2000 zeigen sich insbesondere folgende Veränderungen:
Der Studienabbruch erfolgt schneller als früher: Statt nach dreieinhalb Jahren geben die betroffenen Studis jetzt schon nach durchschnittlich 14 Monaten auf. Die Gründe für den Abbruch haben sich aber geändert - und das erklärt auch, warum der Abbruch so viel früher erfolgt. Leistungsprobleme, Studienbedingungen oder Prüfungsversagen waren 2000 nur für 30 Prozent der AbbrecherInnen ausschlaggeben, heute sind es 43 Prozent.
Der höhere Leistungsdruck fordert auch anderswo seinen Tribut: Die AbbrecherInnen, die sich beruflich neu orientiert haben und also nach dem Abbruch eine Perspektive für ihre weitere Laufbahn in Hochschule oder Beruf haben, sind weniger geworden. Früher war es noch jeder fünfte Abbrecher, heute gilt das nur noch für jeden zehnte.
Immer noch gilt übrigens für einen von fünf Abbrecher/-innen, daß finanzielle Probleme den Ausschlag geben. Tendenz steigend. Das ist viel - mehr als sich irgendeine Volkswirtschaft leisten kann.
Die Studie gibt es hier.
Die volkswirtschaftlichen Kosten unzureichender Bildung - der OECD-Bericht.
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Wozu überhaupt Gewerkschaften - das fragt sich nicht nur mancher deutsche Arbeitgeber: "What have the unions ever done for us?" aus Australien jetzt mit deutschen Untertiteln! Eine deutsche Version gibts hier. Mehr Videos auf dem ver.di-Campus-Kanal aus dem Ruhrpott.