(dgb-jugend, 7. April 2008) Das Hochschulinformationssystem (HIS) hat in einer vergleichenden Studie das Ausmaß staatlicher Unterstützung für Studierende errechnet. Und die Studie hat es in sich. In der Bundesrepublik profitieren danach Studierende einfacher Herkunft von staatlichen Zuschüssen in Höhe von 5.720 Euro jährlich (u.a. BAföG-Leistungen), Studierende aus vermögendem Elternhaus von durchscnittlich 5.136 Euro im Jahr (u.a. Ausbildungs- oder Unterhaltsfreibeträge). Hierzu bleibt zu sagen:
Hier liegt die Studie http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200805.pdf
Die Zahlen zur BRD ab S. 66 (84)
Zur Pressemitteilung des HIS hierentlang www.his.de/...
Zur Meldung aus der "Zeit" gehts hier: http://www.presseportal.de/pm/9377/1165175/die_zeit
Die Bewertung der Böckler-Stiftung zur Studie liegt hier: http://www.boeckler-boxen.de/4533.htm
Zu unserer Rubrik Dein Geld
Die Zahlen der HiS zeigen vor allem eines: daß von dem Geld, was der Staat gibt, niemand studieren kann. 5.720 € im Jahr sind weniger als 477 € im Monat. Dem muß man gegenüberstellen:
Die Studie rechnet Leistungen (Stand 2004) ganz unterschiedlicher Qualität zusammen.
Damit ist klar, daß die Summe am Ende nicht bedeutet, daß auch 477 € jeden Monat in der Geldbörse der Studierenden landen - im Durchschnitt bekommt ein Studierenden viel weniger vom Staat. Bei den 5.720 / 5.136 € handelt es sich vielmehr um die Summe aus staatlichen Geldern, die direkt an die Studierenden gehen, geldwerten Leistungen und Leistungen oder geldwerten Vorteilen, die den Eltern von Studierenden gewährt werden. Ziel der Studie ist übrigens ein Vergleich zwischen staatlichen Subventionen verschiedener europäischer Staaten für Studierende. Welchen Wert ein Vergleich, der auf solch "unkonventioneller Verallgemeinerung" basiert, hat, ist aber mehr als fraglich.
Nichts spricht dagegen, daß der Staat Studierende aus armen und reichen Elternhäusern etwa gleich unterstützt. Schließlich sind sie erwachsen und sollten vom Staat bei der Zumessung von Unterstützung vernünftigerweise nicht danach beurteilt werden, was ihre Eltern für Geld haben. Sinnvoller, als reichen Eltern höhere Lasten für studierende Kinder aufzubürden, wäre eine Lastengleichheit für alle Eltern, aber eine stärkere Einbeziehung aller Wohlhabenden - ob Eltern oder nicht - in die steuerfinanzierte Hochschulausbildung.
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