(dgb-jugend, 11. September 2008) Am 22. Oktober findet der Bildungsgipfel in Dresden statt. Was viele nicht wissen: Die DGB-Jugend ist vor Ort und wird einen Preis vergeben, den "Raffzahn 2008".
Zusammen mit
fairwork e.V. verleiht die DGB-Jugend den Preis an dasjenige Unternehmen oder diejenige Organisation, welches bzw welche sich besonders verdient gemacht hat um die Ausbeutung von Praktikanten als billige Arbeitskräfte.
Anlass für die Verleihung ist die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung, die Praktika klar definiert, den Vergütungsanspruch der Praktikanten festlegt und Klagemöglichkeiten für Praktikanten, die im Praktikum ausgebeutet wurden, zulässt.
Längst ist das Praktikum zur gängigen Beschäftigungspraxis geworden, genauso wie ihr Missbrauch und die Willkür. Dass es Zeit ist, Konsequenzen aus dieser Entwicklung zu ziehen, ist allen klar, Studien liegen vor, nur das Bundesbildungsministerium will von einer klärenden Rechtsgrundlage für die Beschäftigung von Praktikantinnen nichts wissen, ganz so als gäbe es keine Praktikanten und keinen Missbrauch. Vielelicht hilft die Verleihung für einen Aha-Effekt, insbesondere bei Bildungsministerin Annette Schavan (CDU).
Liebe Praktikantinnen/Praktikanten, liebe Expraktikantinnen/Expraktikanten, damit fairwork e.V. und die DGB-Jugend den größten, zweitgrößten und drittgrößten Praktikumsausbeuter des Jahres auszeichnen können, sind wir natürlich auf Eure Unterstützung angewiesen: Mailt uns möglichst aktuelle unfaire Praktikumsausschreibungen oder kurze Bewertungen von Euren absolvierten Praktika. Alle Angaben werden selbstverständlich anonym behandelt, also keine Angst!
Die Einsendungen von Euch können enthalten: Stichworte/kurzen Text über ein mieses Praktikum, das ihr oder Freunde von Euch gemacht haben (wo/wann/Aufgaben/Gehalt/Dauer/warum unfair?) oder aber auch unfaire Praktika-Stellenanzeigen, auf die Ihr gestoßen seid.
Besonders unfair sind Praktika, die über 3 Monate dauern, nicht oder sehr schlecht (also unter 1000 Euro pro Monat für Absolventen und unter 500 Euro pro Monat für Studenten) vergütet werden, Erfahrung, spezielle Kenntnisse und/oder ein abgeschlossenes Studium/eine abgeschlossene Ausbildung voraussetzen, in denen nicht das Lernen sondern das Arbeiten im Vordergrund steht, die eine reine Vor-Probezeit vor der normalen Probezeit während einer regulären Anstellung darstellen, die ständige Überstünden verlangen... Dies nur als Anregung - wir sind sicher, ihr kennt genug solcher netten Arbeitsverhältnisse oder stolpert im Internet über Ausschreibungen, die dies versprechen.
Unter allen Einsendern verlosen wir eine Reise zu unserer "Raffzahn-Verleihung" beim Bildungsgipfel in Dresden, zwei Buch-Gutscheine im Wert von 20 Euro bei "buch.de" sowie drei fairwork-Ratgeber "Vom Praktikum zum Job".
Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2008Eure Einsendungen bitte an:
jessica.heyser@dgb.de