(dgb-jugend, 17.12.07) Das statistische Bundesamt hat neue Zahlen zum Thema Studierende und Hochschulstandorte vorgelegt. Danach gibt es 2007 insgesamt 4 Prozent mehr Studienanfänger als im Vorjahr. Aber: In einigen Bundesländern mit Studiengebühren sank die Zahl der Studienanfänger.
Für die DGB-Jugend sind die Zahlen ein klarer Beleg dafür, dass
Studiengebühren Studierende abschrecken. Denn in allen neun Ländern,
die keine Studiengebühren erheben, wuchs die Zahl der Erstsemester
wesentlich stärker als im Bundesdurchschnitt. Jessica Heyser von der
DGB-Jugend sagte außerdem: "Studiengebühren halten insbesondere Kinder
aus sozial schwachen Familien vom Studium ab. Wie die Bundesregierung
angesichts dessen ihr Ziel errechen will, 40 Prozent eines Jahrganges
an die Uni zu holen, bleibt ihr Geheimnis."
Dass die Bundesregierung an den Gebühren festhält, machte Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, während einer Rede vor dem Deutschen Bundestag deutlich. Dort sagte sie zum Gebührengegner Kai Gehring von der Frakion Bündnis 90/Die Grünen: "Lieber Herr Gehring, Sie können froh sein, dass ich nicht für Studiengebühren zuständig bin. Wäre ich nämlich zuständig, gäbe es sie überall."
Professor Dr. Margret Wintermantel, Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, kann anhand der Zahlen nicht erkennen, dass Gebühren abschrecken: "Länder, die keine Studienbeiträge erheben, haben einen
Aufwuchs bei den Studienanfängern zu verzeichnen. Aber auch Länder mit
Studienbeiträgen, wie Bayern, Hamburg, Niedersachsen und
Nordrhein-Westfalen haben bei den Anfängerzahlen zugelegt", erklärte
Wintermantel.
Zur These, dass Studiengebühren nicht abschrecken, sagte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes Achim Meyer auf der Heyde: "Das ist eine zumindest etwas vorschnelle Behauptung angesichts der Tatsache, dass wir weit mehr Erstsemester zählen könnten, wenn alle auch tatsächlich ein Studium aufnehmen, die die formale Berechtigung dazu haben."
Ähnlich sieht man das beim Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs): "Schlechte Studiensituationen, Studiengebühren und eine geringe Chance
auf einen Studienplatz halten immer mehr junge Leute von einem Studium
ab", so Imke Buß, Vorstandsmitglied des fzs.
Siehe auch
Pressemitteilung Deutsches StudentenwerkBericht unter www.spiegel.de/...