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Karriere
Fachlich gut sein reicht nicht
(dgb-jugend, 8. Oktober 2008) "Es gibt einen Karriereengpass in
Deutschlands Unternehmen." So beginnt ein Artikel in der neuen Ausgabe
des Gewerkschafts-Magazins "Impuls" (siehe unten). Und der Artikel ist
hochinteressant. Denn wenn es stimmt, was die Soziologen Hermann
Kotthoff und Alexandra Wagner von der Technischen Universität Darmstadt
und dem Berliner Forschungsteam Internationaler Arbeitsmarkt
herausgefunden haben, dann reicht es heutzutage nicht mehr, fachlich
gut zu sein, um Karriere zu machen.
Die Luft wird nämlich immer dünner,
da immer mehr fachlich versierte Aspiranten um eine Spitzenposition
kämpfen. Weil so viele gute Leute auf der Strecke bleiben, haben die Forscher eine neue Unternehmens-Spezies ausgemacht, den "Edelsachbearbeiter."
Die Befragung von 80 Fach- und Führungskräfte in den Zentralen
von 10 größeren Unternehmen zu ihren
Einstellungen und Erfahrungen förderte unter anderem zutage, dass nicht mehr 15 Jahre Berufserfahrung, sondern drei Tage im Accessmentcenter für die Karrierechancen entscheidend sind.
Was hier zählt, verrät ein Interviewter: "Man lernt früh dieses Auftreten, und das hat ganz viel mit Selbstbewusstsein zu tun, nicht nur mit der Person, sondern auch mit der Familie der Person. Die wissen von Anfang an, in welcher Liga sie spielen wollen."