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Arme Studienberechtigte

Zementierte Ungerechtigkeit

(dgb-jugend, 9. Dezember 2009) Geldmangel ist der Grund dafür, dass viele Abiturient/-innen kein Studium aufnehmen. Zahlen liefert die aktuelle Auswertung der HIS-Studienberechtigtenumfrage 2008.

Drei von vier Abiturient/-innen, die kein Studium aufnehmen wollen, haben ein klares Motiv dafür: Ihnen fehlt schlicht das Geld. Für die weiblichen Abiturienten gilt das sogar bei vier von fünf Befragten. Das zeigt die erste Auswertung der Studienberechtigtenumfrage 2008 des Hochschulinformationssystems (HIS).
Da kann es nicht trösten, dass der Anteil der Studierwilligen unter den Abiturient/-innen nicht weiter sinkt. Klar ist: Der Geldbeutel der Eltern entscheidet weiterhin über die Berufswahl junger Erwachsener.

Das kann man gut finden und sagen: Wir haben ja auch genug Studis - wie man gerade sieht, sind die Vorlesungen und Seminare schon heute zu voll. Man kann es aber auch schlecht finden, nicht nur, weil unser Land damit wertvolle Qualifikationen verschenkt: Denn Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie.

Wenn der Zugang zu ihr vom Einkommen abhängt, kann sie nur kranken. Wenn er vom Geschlecht abhängt, übrigens auch: Weniger Mädchen als Jungen wollen nach dem Abitur ein Hochschulstudium aufnehmen, beim Schritt in eine Berufsausbildung ist es gerade umgekehrt.

(Autor: Andreas Schackert)


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