(dgb-jugend, 3. Februar 2012) Der Streit über den Stellenwert von Abitur im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) ist vorerst beigelegt. Die Einigung ist weise wie auch denkbar einfach: Nach zähen Verhandlungen einigten sich Bund, Länder, Handwerk und Gewerkschaften, die Bewertung der allgemeinen Schulabschlüsse vorerst nicht dem DQR zuzuordnen. Dieser soll Abschlüsse innerhalb Europas leichter vergleichbar machen.
Die DQR-Skala bewertet Bildungsabschlüsse in acht Stufen und soll Arbeitnehmern die Mobilität in der EU erleichtern und den Arbeitgebern Informationen über das jeweilige Qualifikationsniveau der Bewerber vermitteln.
Der jetzt beschlossene DQR stellt die berufliche und akademische Ausbildung in einigen Bereichen gleich. Meistertitel im Handwerk und Bachelor erhalten beide Stufe 6.
Dieses Ergebnis stärke das deutsche System der beruflichen Bildung, sagt DGB-Vize Ingrid Sehrbrock: "Es ist jetzt möglich, die höchste Stufe zu erreichen, ohne die Hochschule auch nur für einen Tag von innen gesehen zu haben" sagte Sehrbrock mit Blick auf das Verhandlungsergebnis. Weiter wurde die berufliche Erstausbildung dem Niveau 3 (zweijährige Berufe) und dem Niveau 4 (drei- und dreieinhalbjährige Berufe) zugeordnet.
"Der Kompromiss ist eine gute Grundlage, den Deutschen Qualifikationsrahmen weiter zu entwickeln. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben durch den Deutschen Qualifikationsrahmen mehrere berufliche Entwicklungsmöglichkeiten", betonte Ingrid Sehrbrock.
In fünf Jahren sollen die verschiedenen schulischen Bildungsabschlüsse erneut überprüft werden.
"Es wurde Zeit, dass was passiert", sagt Andreas Schackert vom DGB-Jugend-Projekt "Students at work". Der Streit ums Abitur habe die Einigung viel zu lange hinausgezögert. "Dass es nun nicht in den DQR aufgenommen wurde, ist eine verpasste Chance."
Positiv hingegen sei, dass woanders einen Schritt weiter an die Vergleichbarkeit von Qualifikationen in Europa gemacht werden konnte - indem der Meister nun mit dem Bachelor gleichgestellt sei.
Pressemitteilung des DGB:
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Pressemitteilung des fzs:
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Die DQR-Diskussion in der Soli aktuell:
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Offener Brief des fzs:
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DGB-Broschüre: Der DQR - Chancen und Risiken aus gewerkschaftlicher Sicht:
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