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Bad Bachelor News

Bachelor bleibt daheim

(dgb-jugend/Andreas Schackert, 02.09.2011) Mit den Reformen der Hochschulbildung sollte alles besser werden bei Qualität, Internationalität und Praxisbezug des Hochschulstudiums. Und als äußeres Zeichen der Verbesserungen wurde der Bachelor als neuer Abschlußgrad eingeführt. Bachelor ist englisch und heißt auf deutsch: Junggeselle. Wer bei diesem Begriff an schöne Reisen und ein lustiges Leben denkt, liegt aber daneben. Von Junggesellenleben kann bei den neuen Abschlüssen keine Rede sein. Wer auf Bachelor studiert geht seltener für ein Semester ins Ausland als Studierende vor zehn Jahren. Dafür steht er im Studium stärker unter Druck.

Die sinkende Auslandsmobilität ist keine Petitesse, schließlich wurden die neuen Studiengänge eingeführt, um die internationale Vergleichbarkeit der Studiengänge zu fördern und Studierenden so den Wechsel an andere Hochschulen, insbesondere innerhalb der EU, zu erleichtern.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat in einer Studie festgestellt, dass der Anteil der Studierenden, die auch mal im Ausland ein Semester verbringen, seit 10 Jahren bei  32 % stagniert, obwohl er zuvor stetig gestiegen ist. Schaut man nur auf die Studierenden in den neune n Bachelor- und Master-Studiengängen, ergibt sich noch ein schlimmeres Bild: Von ihnen fahren deutlich weniger ins Ausland, nämlich nur jeder fünfte – Tendenz sinkend.

Ein wichtiger Grund hierfür liegt wohl in einem vermeintlichen Vorteil der Studienreform: Die Studiengänge wurden vielerorts so gestaltet, dass jedes Semester auf das vorherige aufbaut und keine Möglichkeit zum „Bummeln“ mehr bleibt. Wer aber ein Semester ins Ausland fährt, kommt zu Hause in Verzug – erst recht, wenn die mitgebrachten Leistungsscheine nicht anerkannt werden, weil die Studienordnung zu genau vorschreibt, was gelernt werden muss.

Aber auch, wer zu Hause bleibt, bekommt den gestiegenen Druck zu spüren. Seit langem macht das Bachelorstudium durch hohe Abbrecherquoten, höhere Bürokratie und mehr Prüfungen auf Kosten der Lehrenden sowie schlechte Arbeitsmarktchancen Schlagzeilen (weshalb 83 % der Bachelorstudierenden ein Masterstudium anschließen wollen). Zuletzt hat das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Trier in einer Erhebung unter Bachelor-Lehramtsstudierenden herausgefunden, dass die Belastungen durch das Studium als wesentlich höher wahrgenommen werden als von Studierenden anderer Prüfungsordnungen. Auch der Anteil derer, die mit der Situation im Studium eher schlecht oder sehr schlecht zurechtkommen, ist unter den Bachelorstudierenden deutlich höher.

In diesem Zusammenhang wird immer wieder betont, dass Die tatsächliche Arbeitsbelastung (in Stunden) bei Bachelorstudierenden nicht höher sei als bei anderen. Aber wichtig ist nicht allein, wie viel Zeit man braucht, sondern auch, woie man in dieser Zeit arbeiten kann, was man schafft. Hier liegen die größten Potentiale des neuen Studiengänge.


Meldung zur DAAD-Studie - hier.
Kurzfassung der Studie - hier

Ergebnisse der Erhebung der Uni Trier - hier.

Unsere Aprilmeldung zum Mehrfachstreß im Bachelorstudium - hier.

Klemens Himpele und Ulf Banscherus stellen in der Zeitschrif für Hochschulentwicklung vom Juni 2011 in Frage, dass sich Zeitaufwand und Belastung bei einem Studium allein durch Kreditpunkte darstellen lässt - hier.

Die Studie "Mit dem Bachelor in den Beruf" des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft vom Mai 2011 ergab u.a., daß die meisten Bachelorstudierenden lieber noch weiterstudieren wollen.


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