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Vier, setzen!

Studiengebühren ohne Freunde

(dgb-jugend, 19.07.2011) Seit fünf Jahren gibt es wieder Studiengebühren an deutschen Hochschulen - aber dran gewöhnt haben sich die Studis noch nicht. Ganz gleich, wofür das zusätzliche Geld ausgegeben wird.

Der Gebührenkompaß, mit dem die Universität Hohenheim fast genauso lange erhebt, was Studierende, die Gebühren zahlen müssen, von dieser zusätzlichen finanziellen Belastung denken, zeichnet auch in diesem Jahr ein trübes Bild. Hamburg, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sind die letzten Länder, die zu Beginn des Jahres noch Studiengebühren erhoben haben - zum Teil in Höhe von 500 € pro Semester.

"Diese zusätzliche Belastung, die viele Studierenden nur mit Hilfe zusätzlicher Nebenjobs tragen können, schreckt nicht nur viele Abiturienten aus sozial schwachen Familien vom Studium ab. Sie drückt auch die Qualität des individuellen Studiums, weil dafür neben dem Job noch weniger Zeit bleibt." zeigt sich Andreas Schackert vom Projekt Studierendenarbeit bei der DGB-Jugend überzeugt. "Und aus der Misere nicht ausreichender staatlicher Finanzierung von Wissenschaft und Forschung können Ge, wie sich gezeigt hat, auch nicht heraushelfen."

Zwei Drittel der betroffenen Studierenden sehen das ähnlich, die Akzeptanz der Gebühren hat sich bei ihnen damit seit 2007 erkennbar verschlechtert. Da hilft es auch nicht, daß die Hochschulen sich zuletzt noch mehr ins Zeug gelegt haben, um ihre Studis darüber zu informieren, welche Segnungen dank der Gebühren finanziert werden können. Obwohl drei von fünf Studierenden wissen, wofür ihre Uni die Gebühreneinnahmen verwendet, sind die meisten doch unzufrieden. In keinem betroffenen Bundesland werden die Gebühren besser als mit 3,5 benotet.

"Vier, setzen! - das ist eine klare Ansage", findet Schackert. Die Gewerkschaften haben schließlich von Anfang an gegen die Erhebung von Studiengebühren gekämpft und ihre Abschaffung - zum Beipiel in Hessen - mit initiiert.

"Mit Gebühren wird eine soziale Hürde aufgebaut, die ungerecht und unzeitgemäß ist", so Schackert weiter. Zuletzt hatte das HIS in einer Studie festgestellt, von denjenigen Studienberechtigten, die kein Studium aufnehmen, für mehr als 40 Prozent die erwarteten Studienkosten der wichtigste Grund sind.


Die aktuellen Ergebnisse des Gebührenkompaß - hier.

Die HIS-Studie "Studienentscheidung im Kontext der Studienfinanzierung"

"Mehr von uns zum Thema Studiengebühren - hier.


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