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Volkszählung 2011

Zensuspflicht à la Saxonia

(dgb-jugend/as, 23. Mai 2011) Die EU führt eine Volkszählung durch - und sächsische Soziologiestudierende dürfen hautnah dabeisein.

Andernorts kritisieren StudierendenvertreterInnen Schnüffelei und schlechten Datenschutz der Zensusbehörden, die derzeit in der Bundesrepublik wie in anderen Ländern der EU stichprobenartig persönliche Daten von BürgerInnen erheben, samt Familiengröße, Geburtsland, Bildungsniveau und Erwerbsstatus.

Doch während Studis anderswo nur von der europäischen Datensammelwut betroffen sind, machen sie an der TU Dresden mit: Wer hier Soziologie studiert und in der vorgegebenen Zeit fertig werden will, findet sich schnell mit dem Erhebungsbogen in der Hand wieder. Denn das Pflichtmodul "Methoden empirischer Sozialforschung" wurde von der zuständigen Professur quasi über Nacht umgestaltet. Wer hier einen Schein braucht, muss in und um Freital, ein Ort in der Nähe Dresdens, fünfzig Befragungen im Rahmen von Zensus 2011 durchführen. Weder wurden die Hochschulgremien in diese Entscheidung einbezogen, noch lässt die bis heute nicht aktualisierte Seminarbeschreibung vermuten, dass tatsächlich eine Konzeption dahinter steht.

Vielmehr geht es offenbar um einen wohlfeilen Deal zwischen alten Bekannten. Denn die Studierende müssen nicht nur auf eigene Kosten und mit zusätzlichem zeitlichen Aufwand vor die Stadt fahren, um die Befragungen vor Ort durchführen zu können, ihnen soll auch das Handgeld vorenthalten werden, das Zensushelfer sonst überall in der Republik erhalten. In Freital spart man also Kosten - oder die Aufwandsentschädigungen bleiben beim Professor hängen. Hinzu kommt, dass die Studierenden die Daten zwar erheben, aber nicht auswerten dürfen. Auch die Erarbeitung des Fragebogens ist obsolet. Das Lernziel "durch Praxiserfahrungen eigenständig empirische Studien durchführen zu können" wird also keinesfalls erreicht.

Weitere Infos: hier.



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