(dgb-jugend/Schackert, 12. April 2011) Die DGB-Jugend und andere Jugendverbände fordern in einer gemeinsamen Erklärung Verbesserungen der Situation an den Hochschulen.
Zugangshürden zum Master dürfen nicht sein - das haben am 12. April 2011 DGB-Jugend, Freier Zusammenschluss der StudentInnenschaften und die Hochschulgruppen von Jusos, Grünen, Linkspartei sowie der Liberalen in einer gemeinsamen Erklärung anlässlich eines Pressegesprächs in der Berliner Humboldt-Universität gefordert.
Die Wahl zwischen einem Masterstudium und dem direkten Einstieg in den Beruf dürfe nicht von der Verfügbarkeit der Masterstudienplätze abhängen.
Mit den so genannten Bologna-Reformen wurden die meisten Studiengänge an deutschen Hochschulen auf das Bachelor-Master-System umgestellt. Mit dem Bachelorabschluss erwirbt man, meist nach drei Jahren, eine erste Berufsqualifikation - und die Möglichkeit, ein Masterstudium anzuschließen. Viele Studierende stellen aber fest, dass der Bachelor für beides wenig taugt. In der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst wird der Bachelor selten als vollwertiger Hochschulabschluss betrachtet. 

(Humboldt-Universität, 12. April 2011 (v.l.): Sven Hilgers (Liberale Hochschulgruppen), Jan Krüger (Jusos), Patrik Luzina (CampusGrün), Moska Timar (fzs), Sascha Collet (Linke.SDS), Sabrina Klaus-Schelletter (DGB-Jugend). Vergrößern durch Anklicken
Wer sich mit diesem Abschluss bewirbt, wird lieber noch mal in ein Traineeprogramm geschickt oder bekommt weniger Gehalt angeboten, als bislang für HochschulabsolventInnen üblich.
Will man aber weiterstudieren, legen die Hochschulen oft Steine in den Weg: Sie bieten viel zu wenige Masterstudienplätze an und sperren sich oft, wenn es darum geht, Abschlüsse und Qualifikationen, die an anderen Hochschulen erbracht worden sind, anzuerkennen.
"Die Bologna-Reformen sind auf halbem Weg steckengeblieben", kritisiert Sabrina Klaus-Schelletter von der DGB-Jugend. "Dem Bachelor gehen vor lauter Prüfungen der wissenschaftliche Anspruch und die Berufsorientierung verloren, die Mobilität der Studierenden leidet unter zu hohen Hürden für die Anerkennung anderswo erbrachter Leistungen. Und dazu wird der Zugang zum Master künstlich beschränkt. Mit solchen Halbheiten schadet man den Studierenden, der gesellschaftlichen Bedeutung akademischer Ausbildung und dem Arbeitsmarkt zugleich."
Die Verbände wollen den Übergang zwischen Bachelor- und Masterstudium im Sommersemester auch zum Thema an den Hochschulen machen. Bei der Bologna-Konferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung am 6. Mai 2011 wollen sie konkrete Vereinbarungen von Bund, Ländern und Hochschulen fordern, um die Kapazitäten der Masterstudiengänge auszubauen und die Anerkennungspraxis zu vereinfachen.
Gemeinsame Homepage: www.freier-masterzugang.org
Erklärung des DGB zum Masterstudium
Die Erklärung der Jugendverbände zum Masterstudium:
Wilhelm Achelpöhler: Rechtsgutachten "Die Gesetzgebungskompetenz des Bundes zur Regelung des Zugangs zum Masterstudium", erstellt im Auftrag der GEW
Übersicht über unsere Beratungsangebote vor Ort für studentische Jobber und Praktikanten.
Wozu überhaupt Gewerkschaften - das fragt sich nicht nur mancher deutsche Arbeitgeber: "What have the unions ever done for us?" aus Australien jetzt mit deutschen Untertiteln! Eine deutsche Version gibts hier. Mehr Videos auf dem ver.di-Campus-Kanal aus dem Ruhrpott.