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Studienplatzvergabe

(Fehl-)Start mit Schwierigkeiten

(dgb-jugend/as, 8. April 2011) Erst klappt's nicht, dann kommen auch noch Schwierigkeiten dazu: Das Online-System zur Studienplatzvergabe ist unzureichend, urteilt "Students at work".

Wer sich für ein Hochschulstudium bewerben will, hat viel vor: Noch vor wenigen Jahren gab es eine große Zahl von Studiengängen, für die sich unbegrenzt viele Interessierte einschreiben konnten.

Für die meisten anderen gab es ein zentrales Zulassungsverfahren. Man bewarb sich bei der Zentralen Vergabestelle (ZVS) - und die teilte einen Studienplatz zu. Irgendwo in der Republik.

Heute gibt es die ZVS nicht mehr, dafür aber immer mehr Studiengänge mit Zulassungsbeschränkungen. An vielen Hochschulen wurden in den vergangenen zehn Jahren sogar Eignungsprüfungen oder andere aufwendige Bewerbungsverfahren eingeführt. Wer einen Studienplatz sucht, bewirbt sich darum an vielen Hochschulen gleichzeitig, sammelt Zusagen und sagt am Ende kurzfristig irgendwo ab - zu spät meist, damit der freigewordene Studienplatz noch an andere vergeben werden kann. So blieben auch im Herbst 2010 wieder 17.000 NC-Studienplätze unbesetzt.

Deshalb haben die Bundesländer sich geeinigt, ein neues zentrales onlinebasiertes Bewerbungsverfahren einzuführen. Das neue Verfahren sollte Studieninteressierten die Bewerbung vereinfachen - und den Hochschulen ermöglichen, ihre wenigen Studienplätze auch vollständig und verbindlich zu besetzen.

"Nach dem Chaos der vergangenen Jahre ist ein solches Verfahren lange überfällig", schimpft Andreas Schackert vom Projekt „Students at work“ beim DGB-Bundesvorstand. "Dass es zu wenige Studienplätze gibt, ist schon schlimm genug, aber noch schlimmer ist es, wenn die Hochschulen nicht in der Lage sind, sie auch zu vergeben und darum viele Interessierte vor der Tür bleiben. Spätestens zum Wintersemester 2011/12 wäre so ein Verfahren bitter nötig."
 
Denn dann drängen nicht nur doppelte Abiturjahrgänge aus Hamburg, Bayern und Niedersachsen an die Hochschulen, sondern wegen der Abschaffung der Wehrpflicht auch deutlich mehr junge Männer als üblich. Aber nicht genug, dass vielerorts die Hochschulen und HochschulministerInnen dem neuen System der Stiftung für Hochschulzulassung skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen, jetzt wurde mitgeteilt, dass die langwierig entwickelte Software noch gar nicht stabil genug läuft.

Ob und in welchem Umfang das neue System online gehen kann, steht noch in den Sternen, obwohl die Bewerbungsfrist für viele Studiengänge schon Mitte April beginnt. "Das ist aberwitzig: Im Hochtechnologieland Deutschland, einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt, schafft man es nicht, Studienplatzvergabe an staatlichen Hochschulen zu koordinieren. Da zeigt sich einmal mehr, dass die wiederkehrenden Bekenntnisse zur Priorität von Bildung und Wissenschaft nur Worthülsen sind", sagt Andreas Schackert.

Schon Mitte März hatte sich Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, wiefolgt zur Zulassungsproblematik geäußert: "Die dezentrale Steuerung der Hochschulzulassung ist offensichtlich gescheitert: Studienbewerbern droht im Herbst erneut ein Zulassungs-Chaos, wenn sie sich an den Hochschulen einschreiben wollen. Die angehenden Studierenden brauchen endlich Rechtssicherheit und Transparenz bei der Studienplatzwahl. Das diesjährige Zulassungsverfahren wird diesen Anforderungen nicht gerecht, zu viele Fragen bleiben auch jenseits technischer Probleme offen: So ist nicht klar, wie viele Hochschulen sich beteiligen werden. Dabei ist die Lage besonders dramatisch, weil in diesem Jahr wegen der Aussetzung der Wehpflicht und doppelter Abiturjahrgänge der Ansturm auf die Hochschulen noch größer wird.  Es darf nicht der Entscheidung jeder einzelnen Hochschule überlassen werden, ob sie sich an einem zentralen Verfahren beteiligt oder nicht. Deshalb brauchen wir eine gesetzliche Regelung des Bundes.“

Links:
www.hochschulstart.de
www.sueddeutsche.de...
www.gew.de...


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