Bei einem „Brainstorming" macht man genau das, was in dem Wort drin
steckt: Man lässt sein Gehirn einfach losstürmen und zu einer
bestimmten Frage oder einem Themenkomplex losschießen. Jeder kann
Stichpunkte und Gedanken beisteuern, die sofort für alle sichtbar
aufgeschrieben werden. Wichtig: Alles ist erlaubt, auch Rumspinnereien.
Das bringt auf noch mehr kreative Ideen. Es gibt keine Redeliste,
sondern man ruft sofort alles heraus, was einem einfällt. Es wird auch
während des Brainstormings noch nicht diskutiert, sondern erst mal nur
gesammelt. Am Ende schaut man sich das Ergebnis des Gedankensturms noch
mal in Ruhe an und überlegt, welche Ideen daraus entwickelt bzw.
weiterentwickelt werden können.
Kartenabfrage
Bei einer Kartenabfrage werden eine oder mehrere möglichst spezifische
Fragestellungen formuliert (z.B.: „Was sollte unser SV-Vorstand dieses
Jahr auf jeden Fall machen?", „Was sind die Pro- und Contra-Argumente
für die Stundenplanänderung?"). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
erhalten dann die Möglichkeit, nach vorher vorgegebenen Regeln
(verschiedenfarbige Karten zu verschiedenen Fragen, Anzahl der Karten
pro Frage etc.) ihre Ideen, Meinungen und Vorschläge auf Karten zu
schreiben, die dann für alle sichtbar aufgehängt werden. Das führt
dazu, dass alle Argumente und Einfälle allen ständig präsent sind und
nicht im Laufe einer Diskussion verloren gehen oder gar nicht
ausgesprochen werden. Um das Ganze so einfach wie möglich zu halten und
mit den beschriebenen Karten gut weiter arbeiten zu können, empfiehlt
es sich, die folgenden Regeln zu beachten:
Nur ein Thema / Vorschlag / These pro Karte
Max. 3 Zeilen oder max. 10 Wörter pro Karte
Deutlich und mit dicken Filzstiften (am besten mit eckiger Spitze) schreiben
Rückfragen sofort klären (alle müssen wissen, was gemeint ist)
Auch doppelte Karten sollten aufgehängt werden, dann wird schon jetzt
deutlich, wo besonderer Diskussions- oder Handlungsbedarf besteht. Neue
Einfälle im Laufe einer Diskussion sollten ebenfalls auf Karten
geschrieben und mit dazu gehängt werden, damit auch diese nicht wieder
verloren gehen und alles für alle transparent bleibt.
Clustern
Wenn ihr all eure Ideen und Argumente zu einer bestimmten Frage durch
eine Kartenabfrage gesammelt habt, lohnt es sich, sie gut übersichtlich
anzuordnen (zu sortieren). Ähnliche Vorschläge hängt man näher
zueinander, gegensätzliche weiter voneinander weg. Das nennt man
„Clustern". Man hängt zum Beispiel alle Pro-Argumente untereinander in
eine Spalte und beschriftet diese entsprechend, alle Contra-Argumente
in eine andere Spalte und alle offenen Fragen in eine dritte. Wichtig
hierbei: Wer eine Karte geschrieben hat, weiß am besten, was er oder
sie damit gemeint hat und entscheidet, wo sie hingehört.
Wenn ihr damit fertig seid, dann habt ihr euch einen umfassenden
Überblick über alle Ideen und Gedanken in eurer Gruppe gemacht und
könnt entsprechend weiterarbeiten.
Punkten
Meist muss bei einer
Kartenabfrage am Ende noch eine Gewichtung vorgenommen werden (z.B.:
„Welche Projektvorschläge können wir dieses Jahr wirklich
realisieren?", „Welche Argumente sind die zentralen, die wir der
Lehrerkonferenz vorstellen wollen?"). Bevor man lange diskutiert und
jede Karte einzeln abstimmen muss, lohnt es sich, darüber nachzudenken,
ob nicht das „Punkten" an dieser Stelle die richtige Methode ist. Beim
„Punkten" wird eine vorher festgelegte Zahl von Klebepunkten an jeden
Teilnehmer ausgegeben und jeder kann aufstehen und seine Punkte an die
für ihn wichtigsten Karten kleben und damit seine Gewichtung
ausdrücken. Meist kristallisiert sich dann heraus, welches die
Projektideen und Fragestellungen sind, an denen weiter gearbeitet
werden muss.
Diskussionsformen
Häufig ist es sinnvoll, insbesondere in großen Gruppen und bei
öffentlichen Veranstaltungen, starre Diskussionsformen (Diskussion nach
Redeliste, Podiumsdiskussion) aufzubrechen und andere, dynamischere
Wege der Kommunikation auszuprobieren.
Fishbowl
Bei Fishbowl-Diskussionen werden zwei Stuhlkreise aufgebaut. Ein
innerer mit 5 bis 7 Plätzen und ein äußerer für die übrigen Teilnehmer
und Zuschauer. Im inneren Kreis sitzen diejenigen, die die Diskussion
anstoßen und ins Rollen bringen, vielleicht auch eingeladene Experten
oder Gäste (SV-Vorstand, Schulleitung, Referenten, Elternvertreterin…).
Sobald die Diskussion eröffnet und angelaufen ist, hat jeder aus dem
äußeren Kreis die Möglichkeit, jemanden aus dem inneren Kreis
"abzuschlagen", seinen Platz einzunehmen und im inneren Kreis
mitzudiskutieren. Natürlich darf der "Abgeschlagene" noch ausreden,
bevor er seinen Platz räumen muss. Wichtig bei dieser Methode sind die
folgenden Regeln:
Die Methode sollte anfangs für alle verständlich erläutert werden
Gäste und Referenten sollten im Vorfeld Bescheid wissen, was sie erwartet
Im äußeren Kreis wird nicht diskutiert
Auch bei dieser Form des Diskutierens sollte es einen Moderator
geben, der im Zweifelsfall für Ruhe sorgt, die Diskussion eröffnet und
auch zu ihrem Ende führt
Broschüre SV-Tipps: Tipps und Tricks für die
SchülerInnenvertretung (November 2004, PDF 1,8 MB)