- Mitschüler überzeugen
- Alternativprogramm organisieren
- Aktion bekannt machen
Wenn Gewerkschaften Forderungen im Sinne abhängig Beschäftigter
durchsetzen wollen, kann es im äußersten Fall zum Streik kommen. Bei
Schülern ist dieses Mittel eher ungewohnt, doch gerade deshalb eine
wirkungsvolle Möglichkeit, auf die Abschiebung eurer Mitschülerin
aufmerksam zu machen und diese im besten Fall sogar zu verhindern.
Einfach habt ihr es natürlich, wenn das Lehrerkollegium und eure
Schulleiterin hinter eurer Aktion stehen. Ist dies nicht der Fall oder
versucht die Schulleitung, euch mit fadenscheinigen Argumenten (was
wahrscheinlich meistens der Fall ist) oder handfesten Drohungen mit
Verweisen und ähnlichem davon abzuhalten, dann ist das noch lange kein
Grund, sich einschüchtern zu lassen.
Ihr könnt versuchen, einzelne Lehrer aus dem Kollegium auf eure Seite
zu ziehen und sie von der Richtigkeit eures Vorhabens zu überzeugen.
Vergesst auf gar keinen Fall, euch ausgiebig mit eurer Hausmeisterin zu
unterhalten und versucht, sie in eure Planungen einzubeziehen. Ihre
Rolle bei allen Aktionen, die ihr in eurer Schule durchführt, dürft ihr
nicht unterschätzen.
Am Anfang steht auch bei dieser Aktion die Überzeugungsarbeit, denn ein
Schulstreik hat nur dann Sinn, wenn auch alle Schüler mitmachen. Alle
Schüler müssen wissen, was ihr mit dieser Aktion erreichen wollt.
Diskutiert in einer Klassensprecherversammlung und möglichst auch in
einer Schulvollversammlung darüber, ob ein Schulstreik der richtige Weg
ist und wie ihr bei dieser Sache am besten vorgehen könnt.
Bildet ein Streik-Organisations-Team, das sich regelmäßig trifft, um
die Aktion vorzubereiten. Denn ein Schulstreik bedeutet nicht, dass ihr
einfach zu Hause bleiben könnt. Zu schnell könnte der Vorwurf
aufkommen, ihr habt bloß keine Lust auf Unterricht, und das schadet
letztendlich dem Ziel, das ihr eigentlich erreichen wollt. Wenn ihr
euch dazu entschlossen habt, so lange nicht den Unterricht zu besuchen
bis ihr euer Ziel erreicht habt, dann sorgt in der Schule für ein
attraktives Alternativprogramm und macht damit gleichzeitig deutlich,
wie (schön) Schule aussehen könnte, wenn das gemacht werden würde, was
wir Schülerinnen und Schüler wollen.
Ihr könnt beispielsweise Workshops wie Batiken für Anfänger,
Transparente malen, Improvisations-Theater oder Diskussionsrunden zu
den Themen "Warum gehen wir in die Schule?" oder "Warum gibt es
nationalstaatliche Grenzen?" organisieren, an denen die Schüler während
des Streiks teilnehmen können. Schön wäre es natürlich, wenn das
Alternativprogramm thematisch mit dem Grund eures Streiks
zusammenhängt, zum Beispiel wenn ihr Referentinnen zum Thema
Abschiebung, Flüchtlings- und Asylpolitik einladet. Auch hier kann euch
PRO ASYL oder ein regionales Jugendbüro der Gewerkschaften
weiterhelfen. Wenn euer Alternativprogramm steht, dann kann es
eigentlich losgehen.
Informiert die örtliche und auch die überregionale Presse über eure
Aktion und ladet Politikerinnen - am besten die, die eine Abschiebung
unter Umständen noch verhindern können - zu euch ein, um den Grund
eures Streiks darzustellen und diese von eurer Position zu überzeugen.
Hängt Transparente aus den Fenstern, so dass Passanten schon beim
Vorbeilaufen sehen, warum ihr streikt. Und das wichtigste: Bleibt
hartnäckig!
Es kann sein, dass ihr euer Ziel, die Abschiebung zu verhindern, nicht
erreicht. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass eure Aktion sinnlos
gewesen ist. Ihr habt dann immerhin bewiesen, dass ihr solche
Ungerechtigkeiten nicht widerstandslos hinnehmt und euch wahrnehmbar
wehrt.