- Thema überlegen
- Diskutanten einladen
- Moderatorin finden
- Raum finden
- Podiumsdiskussion bewerben
Manchmal ist es ganz leicht, Themen für Podiumsdiskussionen zu finden,
weil der Anlass mehr oder weniger über euch hereinbricht, zum Beispiel,
wenn ihr erfahrt, dass eure Schule ab dem nächsten Schuljahr
geschlossen werden soll und ihr ab dann jeden Tag einen doppelt so
langen Schulweg zurücklegen "dürft". In manchen Bundesländern ist
mittlerweile beinahe jeder zweite Schulstandort in Gefahr, sodass
dieses Beispiel keineswegs aus der Luft gegriffen ist.
Wenn ihr nun daran geht, Leute als Diskutanten für eure
Podiumsdiskussion einzuladen, dann solltet ihr darauf achten, das
Podium möglichst ausgewogen zu besetzen. Denn bei jedem Thema gibt es
unterschiedliche Meinungen und verschiedene Interessen und es ist immer
gut, vorher zu wissen, welchen Standpunkt die Podiumsdiskutanten
vertreten. Außerdem sollten auf dem Podium auch nicht zu viele
Vertreter sitzen, fünf bis sechs sollte das Maximum sein.
Da gibt es zum Beispiel den Elternvertreter, der nur das Beste für
seine Kinder im Sinn hat und nicht will, dass seine Kinder jeden Tag
eine Stunde im Bus sitzen müssen. Die Bildungspolitikerin, die der
Meinung ist, dass eure Schule aus Kostengründen geschlossen werden
muss. Der Vertreter der Gewerkschaft Erziehung- und Wissenschaft, der
eine Alternative zur Schulschließung anzubieten hat, nämlich einen
Schulverbund mit dem örtlichen Gymnasium. Eure Schulleiterin, die zwar
auch der Meinung ist, dass gespart werden muss, aber nicht verstehen
kann, dass es ausgerechnet ihre Schule treffen muss.
Und dann gibt es natürlich noch eure Schülersprecherin, die auf dem
Podium das Sprachrohr der Schüler sein soll. Damit sie Anhaltspunkte
hat, was die Meinung der Schüler zu dem Thema ist, ist es sinnvoll,
vorher auf einer Klassensprecherversammlung über das Thema zu
diskutieren.
Die Moderation kann sowohl von einer Schülerin als auch von einer
Lehrerin, die ein wenig Erfahrung haben sollten, übernommen werden.
Die Örtlichkeit für die Podiumsdiskussion sucht ihr am Besten
erst, wenn ihr die Zusagen der Diskutanten habt, denn für eine
Diskussion mit der Kultusministerin braucht ihr einen größeren Raum als
für eine Diskussion mit einer Vertreterin aus der
Schulaufsichtsbehörde. Wenn ihr ungefähr abschätzen könnt, wie viele
Leute kommen, sucht einen Raum. In der Regel sollte die Schulaula mit
einem Podest und einer Tonanlage ausgestattet ausreichend sein.
Spätestens zwei Wochen vor der Podiumsdiskussion solltet ihr
anfangen, Flyer und Plakate auszuhängen (vorher Erlaubnis einholen) und
zu verteilen. Auch die Lokalpresse sollte informiert werden, so dass
sowohl eine Vorankündigung veröffentlicht wird als auch bei der
Podiumsdiskussion selbst eine Redakteurin vor Ort ist und am nächsten
Tag darüber in der Tageszeitung berichtet. Achtet darauf, dass ihr
Journalisten mit Hintergrundinformationen versorgt. Bei deren
Zusammenstellung kann euch zum Beispiel eure
LandesschülerInnenvertretung behilflich sein. Es kann nicht schaden,
wenn ihr diese auch in schriftlicher Form für anwesende Journalisten
bereithaltet.
Wenige Tage vor der Podiumsdiskussion solltet ihr noch einmal
mit den Diskutanten telefonieren und bei Bedarf letzte Fragen klären.
Es gehört außerdem zum guten Ton, den Diskutanten schon im Vorfeld die
erste Frage, die sie während der Podiumsdiskussion beantworten müssen,
zu verraten, so dass sie sich auf ein kleines Statement vorbereiten
können. Und dann: Gutes Gelingen!
Auch wenn eure Schule gerade nicht geschlossen werden soll,
kann eine Podiumsdiskussion eine sinnvolle Möglichkeit sein, um eure
Mitschüler mit politischen Themen und gleichzeitig Entscheidungsträger
mit der Meinung von Jugendlichen zu konfrontieren. Anlässe gibt es
genug: Unzureichender öffentlicher Nahverkehr, der längst überfällige
Bau eines Jugendzentrums oder Einsparungen im Bildungsbereich.