Mit einer Demonstration könnt ihr eure Auffassung über die Abschiebung
eurer Mitschülerin möglichst vielen Leuten näher bringen. Wenn ihr die
Route, die ihr laufen wollt, so wählt, dass ihr möglichst vielen
Menschen begegnet, habt ihr eine sehr gute Möglichkeit, eure Position
mit Sprüchen, Plakaten und Fahnen öffentlich werden zu lassen.
Zunächst einmal müsst ihr die Demonstration beim Ordnungsamt eurer
Stadt oder Gemeinde anmelden. Hierfür gibt es lokal unterschiedliche
Fristen, generell gilt aber: je früher, desto besser. Ihr müsst das
Thema, den gewünschten Weg, Datum und Uhrzeit, die geschätzte
Teilnehmerzahl und die Kontaktdaten einer Verantwortlichen angeben. Den
genauen Weg der Demonstration müsst ihr mit der Polizei absprechen, die
für den ordnungsgemäßen Verlauf verantwortlich ist.
Habt ihr eure Demonstration angemeldet, könnt ihr mit der Mobilisierung
hierfür beginnen. Dabei ist es wichtig, vielen Menschen im Vorfeld
mitzuteilen, warum ihr diese Aktion macht und woraus eigentlich das
Problem besteht. Sind sie überzeugt, dass euer Vorhaben
unterstützenswert ist, werden sie auch eher zur Demo kommen und sich
darüber hinaus engagieren. Wie ihr eine Aktion bekannt macht, könnt ihr
unter Öffentlichkeitsarbeit nachlesen. Bei einer Demo ist es auf jeden
Fall wichtig, dass eindeutig klar wird, wofür bzw. wogegen ihr
demonstriert. Schaden kann es auch nicht, wenn ihr die Presse über eure
Demo informiert. Schließlich wollt ihr ja, dass darüber berichtet wird.
Wenn ihr die Wirkung eurer Demonstration steigern wollt, lohnt es sich
auf jeden Fall, im Anschluss eine Kundgebung zu veranstalten, denn dort
könnt ihr eurer Meinung noch mal durch mehrere Reden Nachdruck
verleihen. Um eine Kundgebung zu organisieren, müsst ihr zunächst
einmal einen öffentlichen Platz finden, der groß genug für die
geschätzte Teilnehmerzahl ist. Auch die Kundgebung muss beim
Ordnungsamt angemeldet werden, ihr könnt die Kundgebung aber mit der
Demo zusammen anmelden. Außerdem solltet ihr euch um eine Bühne,
Podest, Balkon oder ähnliches bemühen, wo die Redenden gesehen werden
können und um eine Beschallungsanlage, damit die Redenden auch gehört
werden können. Hier gilt die Faustregel 1 Watt Leistung pro
Quadratmeter Fläche mit 92 - 96 Dezibel Stärke. Und schließlich müsst
ihr natürlich Redner einladen, die eure Position gut und nachdrücklich
vertreten. Wenn ihr noch für Musik (entweder von CD oder sogar von
einer Live-Band) und Verpflegung sorgt, dann wird die
Abschlusskundgebung eurer Demo ganz bestimmt ein Erfolg.
Ihr seid als Veranstalter für einen geordneten Ablauf der Demonstration
und der Kundgebung verantwortlich und deswegen auch verpflichtet, für
Ordnungspersonal zu sorgen. Für je 50 geschätzte Teilnehmende muss eine
mindestens 18 Jahre alte Person, die auch ruhig eine Schülerin sein
kann, während der Demo sichtbar als Ordnerin erkennbar sein. Dafür
reicht es, wenn sie durch eine Armbinde mit der Aufschrift "Ordner"
gekennzeichnet ist. Es langt schon, wenn ihr so eine Armbinde mit einem
Streifen weißem Krepppapier und einem schwarzem Filzstift bastelt. Um
für einen geordneten Ablauf zu sorgen und auch, um Spruchchöre
möglichst laut zum Besten zu geben, ist ein Megaphon nicht schlecht.
Wenn ihr nicht selbst eins habt, könnt ihr es euch sicher beim
DGB-Kreisverband ausleihen.
Nichts ist schlimmer für die Wirkung einer Demo als zu wenige
Teilnehmer. Um sicher gehen zu können, dass viele Schüler eurer Schule
auch wirklich an der Demo teilnehmen, könnt ihr im Demonstrationszug
direkt nach dem Unterricht von eurer Schule aus loslaufen. Um schon im
Vorfeld viele Schüler einzubinden, könnt ihr euch zum Beispiel
nachmittags treffen, um Transparente zu malen. Wenn ihr ein kleines
Rahmenprogramm schafft, wird die Attraktivität gesteigert. Bei so einer
Gelegenheit könnt ihr die anwesenden Leute auch eingehender informieren.
Broschüre SV-Tipps: Tipps und Tricks für die
SchülerInnenvertretung (November 2004, PDF 1,8 MB)