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Generation Praktikum



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Praktikanten protestieren - europaweit

(April 2006)

"Erst Praktikum, dann Job? April, April!" lautetete die Losung beim "Ersten europäischen Praktikanten-Aktionstag", zu dem in Deutschland die DGB-Jugend gemeinsam mit dem Verein Fairwork am Samstag, den 1. April, aufgerufen hatte. Die Aktion fand gleichzeitig in Paris, Brüssel, Wien, Lille, Toulouse und Dresden statt.

Die Aktivisten trugen weiße Masken, die den Status von PraktikantInnen symbolisieren: Sie sind "die Mitarbeiter, die keinen Namen, kein Gesicht haben und ständig wechseln", hieß es in dem Protestaufruf. In Berlin waren etwa 120 PraktikantInnen und zusätzlich zahlreiche Unterstützer und auffallend viele Medienvertreter gekommen.

Insgesamt folgten etwa 350 Menschen dem Aktionen am Brandenburger Tor, wozu unter anderem die Versteigerung eines "Super-Praktikanten" gehörte. Der Titel "Superpraktikantin" ging an die Studentin Britta. Mit sieben Praktika war sie Spitze. DGB-Referentin Silvia Helbig versteigerte sie für "ein Appel und ein Ei". Außerdem wurden "Abzocker"-Stellenausschreibungen für Praktikantenstellen vorgelesen. Wie zum Beispiel die für die Übersetzung eines Reiseführers in Heimarbeit. Zum Thema Vergütung stand da: Keine. Ab dem 4. Monat "erfolgsabhängige Bezahlung denkbar".

Hintergrund des Protestes ist die Praxis vieler Arbeitgeber, reguläre Stellen mit PraktikantInnen zu besetzen. Auf diese Weise werden viele junge Akademiker mit unter- oder unbezahlten Praktika abgespeist. Häufig bleibt den jungen Akademikern kaum etwas anderes übrig, als sogar mehrere unter- oder unbezahlte Praktika hintereinander anzunehmen. "Die EU muss dafür sensibilisiert werden, dass Hochschulabsolventen als Praktikanten ausgebeutet werden", sagt Jessica Heyser von der DGB-Jugend.

Der DGB lässt zurzeit eine Studie erarbeiten, die repräsentative Zahlen über die Situation der "Generation Praktikum" liefern soll. In einem Zwischenbericht (siehe hier) heißt es, es habe sich ein "regelrechter Praktikanten-Arbeitsmarkt entwickelt, durch den reguläre Jobs verdrängt werden". Schon jetzt zeichnet sich ab, dass knapp die Hälfte der PraktikantInnen sich ausgebeutet fühlt. Rund 40 Prozent absolvieren Vollzeit-Praktika unbezahlt. Häufig gibt es keine Ausbilder, keine Anleitung, was zeigt, dass die Praktika nur ein Vorwand sind, um hochqualifizierte Arbeitskräfte auszunutzen. Der DGB fordert daher feste Regeln für Praktika:

  • Praktika sollen nicht länger als drei Monate dauern. Alles, was darüber hinausgeht, muss zumindest in Höhe des Existenzminimums vergütet werden

  • PraktikantInnen müssen einen Mindestlohn erhalten. Für Studierende sollte er 300 Euro betragen, für Hochschulabsolventen 600 Euro.

In Kürze wird es auf der gemeinsamen europäischen Internetseite www.generation-p.org eine Petition an das EU-Parlament geben, die online unterzeichnet werden kann. Hier findet ihr Links zu Artikel über den Aktionstag:


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