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Lidl: Europaweit billig


Übersicht: Lidl-Methoden in europäischen Ländern

Spanien: Im drittgrößten Lidl-Land werden Führungskräfte so geschult, dass sie »maximalen Druck auf das Filialpersonal ausüben« können. Dabei geht es darum, die Mitarbeiter so zu provozieren, dass sie freiwillig kündigen. Probate Mittel sind Spindkameras und Nachtkontrollen. Außerdem ließ der Discounter seine Filialen jahrelang von Neonazis bewachen, die für Razzien gegen Einwanderer berüchtigt sind.

Italien: Hier bekam Lidl seine Nichteinhaltung einer wichtigen Kernarbeitsnorm sogar schriftlich vom Gericht bestätigt: Ein Arbeitsgericht bezeichnete die Praktiken als »objektiv gewerkschaftsfeindlich«.

Frankreich: Im Lidl-Expansionsland Nummer eins macht der Discounter seinen Beschäftigten Druck, indem er Exempel statuiert. So beschuldigte er mehrere Mitarbeiter, Waren im fünfstelligen Millionenwert gestohlen zu haben und schickte ihnen die Polizei ins Haus. Lidl-Beschäftigte, die sich wehren oder an Streiks teilnehmen, müssen damit rechnen, kriminalisiert zu werden.

Polen: In den osteuropäischen Ländern testet Lidl aus, was möglich ist. So verlangte das Management von Beschäftigen in Polen, im Sommer zu arbeiten, »sobald und solange es hell ist«. Die Fünf-Tage-Woche existiert nur auf dem Papier.

Dänemark: Lidl Dänemark scheint die große Ausnahme. Hier sind 75% der Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert. In den Filialen gibt es gewerkschaftliche Vertrauensleute. Allerdings ist die öffentliche Kontrolle des Preisniveaus und der Warenqualität sehr hoch. Man blickt hier interessiert nach Norwegen, wo sich Lidl zunächst ebenfalls aufgeschlossen gegenüber den Gewerkschaften gezeigt hatte. Von dort berichten immer mehr Beschäftigte, dass »die üblichen Lidl-Methoden« inzwischen auch dort angewendet würden.

ver.di (Hg.): Schwarzbuch Lidl Europa, zu bestellen: E-Mail: manina.walter@verdigmbh.de



(aus der Soli extra "G8/'Gute Arbeit'", Frühjahr 2007, Autor: Soli aktuell)