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Corporate Social Responsibility: doppelzüngige Konzerne


Multinationale Konzerne haben das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) entdeckt. Es wird auch als Handeln der Unternehmen als Bürger oder Teil der Gesellschaft beschrieben. Vor allem in Deutschland wird CSR gern mit nachhaltigem unternehmerischen Handeln gleich gesetzt, das soziale und ökologische und ökonomische Auswirkungen berücksichtigt. Dabei gibt es jedoch selten Gesamtkonzepte, sondern meist nur Einzelprojekte, bei denen Instrumente wie Sozial-, Sport- und Umweltsponsoring, Spendenaktionen oder Mäzenatentum eingesetzt werden. Für viele Unternehmen läuft CSR denn auch vor allem als Imagemaßnahme.

In der Debatte ist deshalb, inwieweit es auch für CSR gemeinsame Standards oder gesetzliche Rahmenbedingungen geben sollte. Die Unternehmerverbände wehren sich allerdings gegen jede Form von Eingriff. Sie wollen allein entscheiden, wann und wem sie Gutes tun – und dafür auch den Ruhm einheimsen.

Ein Beispiel sind die stockenden Verhandlungen über eine neue ISO-Norm für Arbeitsrechte, an der die International Standard Organisation in Genf seit 2004 arbeitet. Die UN-Organisation würde gern festlegen, dass nur Unternehmen ISO-zertifiziert werden, die dieselben Sozial- und Umweltstandards für alle ihre Zweigwerke und Tochterunternehmen akzeptieren. Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) fordert dagegen Ausnahmen für Länder wie China, Bangladesch oder Myanmar.

Mit dem ISO-Zertifikat könnten die Unternehmen nicht nur werben, es könnte auch bei Ausschreibungen von öffentlichen Aufträgen zur Bedingung für die Teilnahme gemacht werden.



(aus der Soli extra "G8/'Gute Arbeit'", Frühjahr 2007, Autor: Soli aktuell)