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Was ist eine Jugendvertretung?
"Aktion Bildung" – Stipendien an sozial schwache AbiturientInnen: Wie arbeiten DGB-Jugend und Hans-Böckler-Stiftung zusammen? Eine Diskussion im DGB-Bundesjugendausschuss.
Aktion Bildung" – aber für wen? Wolfgang Jäger, Geschäftsführer der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung (HBS), diskutierte am 20. Januar 2009 im Bildungszentrum Erkner bei Berlin mit den Mitgliedern des DGB-Bundesjugendausschusses (BJA).
Nach einer Einführung in die Arbeit der Stiftung im Bereich der Studienförderung ging es in die Debatte. Denn die "Böckler-Aktion Bildung" lädt zu Fragen ein: Seitdem die HBS mit der Böckler-Aktion auch Stipendien an sozial schwache AbiturientInnen vergibt, um sie zu einem Studium zu ermutigen, liegt die Zahl der Organisierten "nur noch" bei 70 Prozent. Die Nicht-Organisierten würde die HBS auch gern in die Gewerkschaften bringen. "Dafür braucht es aber Angebote", sagte Jäger.
Insgesamt lag der Anteil von Gewerkschaftsmitgliedern bei den von der HBS Geförderten vor 2006 bei über 90 Prozent. In der Promotionsförderung liegt der Anteil der Gewerkschaftsmitglieder derzeit nur noch bei 40 Prozent – das liege daran, so Jäger, dass es zu wenige gewerkschaftliche Bewerber gebe.
Daran, wie gewerkschaftsnah oder -fern diese sein sollten, entspinnt sich seit einiger Zeit eine Diskussion in der Gewerkschaftsjugend. Denn es gibt Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit den StipendiatInnen, wie die BJA-VertreterInnen gleich mehrerer Bezirke einhellig bestätigten. Es sei gar nicht leicht, die StipendiatInnen für ein Engagement zu gewinnen.
Eine weitere Schwierigkeit, darüber waren sich die Anwesenden einig, bestehe darin, dass die Anwesenheit in den Kursen seit der Einführung der Bachelor-Studiengänge Anwesenheitspflicht verpflichtend sei – und es nun viel mehr Druck gebe, ein Studium in der Regelstudienzeit zu beenden. Jäger sah nur wenig Spielraum bei der Verlängerung der Förderzeit, man sei an die Vorgaben des Gesetzgebers gebunden.
Holger Meuler von der DGB-Jugend Saar war der Ansicht, das Geld der HBS müsse in gewerkschaftliche Arbeit zurückfließen – "schließlich kommt es zum größten Teil von Leuten, die sich engagieren".
Er kritisierte die Auswahlarbeit der Studienförderung; es sei nicht immer transparent, wer aus welchen Gründen angenommen werde.
Hülya Dogan von der DGB-Jugend Hamburg merkte an, dass die Begutachtung schwierig werden könne, "wenn der Gutachter nicht einmal weiß, was eine Jugend- und Auszubildendenvertretung ist".
Ein weiterer Punkt war die Organisationsstruktur. Die HBS ist über Fachbereiche zentral organisiert und nicht mehr regional. Das erschwert es der DGB-Jugend, sich bei den Einführungsseminaren vorzustellen, weil diese eben nicht mehr vor Ort stattfinden. Jäger versprach hier schnelle Abhilfe – er sehe auch, dass der Kontakt vor Ort wichtig sei.
Über die weitere Zusammenarbeit sollen nun in kleineren Arbeitsgruppen konkrete Schritte vereinbart werden.
(aus der Soli aktuell 2/09, Autor: Soli aktuell)