Die Inflationsrate frisst die moderate Erhöhung der Azubi-Vergütungen auf.
Wie viel verdienten Azubis im Jahr 2008? Dazu gibt es eine gute Nachricht: Die jährlich veröffentlichten Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen, dass die Azubi-Vergütungen durchschnittlich um 2,2 Prozent gestiegen sind.
Schön und gut. Und jetzt die schlechte Nachricht: Allein die Inflationsrate betrug im Jahr 2008 2,6 Prozent! Macht also einen Reallohnverlust von 0,4 Prozent.
Die Arbeitgeber waren sich 2008 sicher: Niedrige Vergütungen schaffen mehr Ausbildungsplätze. Noch im April letzten Jahres gab Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt zu Protokoll: "Die Vergütung macht einen Großteil der Kosten einer Ausbildung aus. Gerade bei zusätzlicher Ausbildung ist das oft ein entscheidender Faktor."
Mit dem Konjunkturprogramm angesichts weltweit kollabierender Finanzmärkte wird das so allerdings nichts. Denn um die Nachfrage anzukurbeln, müssten die ArbeitnehmerInnen mehr Geld in der Tasche haben. Also auch die Azubis. Danach sieht es aber beim besten Willen nicht aus: Der durchschnittliche Verdienst eines Azubis lag 2008 in Deutschland bei 642 Euro. Im Westen betrug er 657 Euro, das entspricht einer Erhöhung um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2007 stieg der Lohn in Westdeutschland noch um 2,4 Prozent. Immerhin: In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2008 um 2,9 Prozent auf durchschnittlich 567 Euro im Monat – und somit etwa gleich stark wie im Jahr zuvor (2,8 Prozent).
Aber: Im Osten verdienen die Azubis nach wie vor weniger als im Westen. Wie im Vorjahr wurden auch 2008 im Osten 86 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht. Kleines Trostpflaster: In so wegweisenden Jahren wie etwa 2005 stiegen die Vergütungen um sage und schreibe ein Prozent im Westen und 0,6 Prozent im Osten.
Insgesamt verteilen sich die Ausbildungsvergütungen 2008 wie folgt: In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 55 Prozent der Auszubildenden zwischen 500 und 749 Euro. Weniger als 500 Euro erhielten zehn Prozent der Auszubildenden, wobei Vergütungen unter 400 Euro selten waren. 750 Euro und mehr gingen an 35 Prozent der Auszubildenden. In Ostdeutschland waren für 38 Prozent der Auszubildenden Vergütungen von 500 bis 749 Euro zu verzeichnen. Unter 500 Euro lagen die Vergütungen bei 45 Prozent der Auszubildenden, für 15 Prozent bekamen sogar unter 400 Euro. 17 Prozent der Auszubildenden erhielten eine Vergütung von 750 Euro und mehr.
Die ganze Bescherung im Internet:
www.bibb.de/ausbildungsverguetung(aus der Soli aktuell 2/09, Autor: Soli aktuell)