"Gelbe Hand"-Wettbewerb gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus: Ein Rap-Song von Frankfurter BerufsschülerInnen gewinnt.
Den ersten Preis – 1.000 Euro – im "Gelbe Hand"-Wettbewerb gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus des gewerkschaftlichen Kumpelvereins haben SchülerInnen der Beruflichen Schule Berta Jourdan aus Frankfurt/M. gewonnen. Sie texteten einen Song über Rassismus, Mobbing und Diskriminierung, den sie anschließend in einem Tonstudio einsangen.
Zum vierten Mal hat der Verein "Mach meinen Kumpel nicht an!" im Dezember 2008 junge Menschen für ihre Aktivitäten gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus ausgezeichnet. SchülerInnen an Berufsschulen, Auszubildende aus Verwaltungen sowie Jugendliche, die sich in einer betrieblichen Ausbildung befinden, konnten mit Filmen, Aufsätzen, Collagen, Songs und vielem mehr am Wettbewerb teilnehmen. Mit ihrem Engagement wirkten sie Ausländerfeindlichkeit entgegen und trügen zur Aufklärung und mehr Toleranz in der Arbeitswelt bei, heißt es beim Verein.
Die Preisverleihung fand in den Räumen der IG BCE-Hauptverwaltung in Hannover statt. "Ich hoffe, dass das Thema Diversity mit den vielen Chancen, die eine kulturelle Vielfalt zweifellos eröffnet, im Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass verstärkt zur Wirkung kommt", sagte der IG BCE-Vorsitzende Hubertus Schmoldt.
Den zweiten Platz (750 Euro) belegten Auszubildende von ThyssenKrupp Nirosta. Sie hielten ihre Erlebnisse und Eindrücke einer Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau auf einer CD fest.
Angehende Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk von der Service und Messe GmbH der Handwerkskammer Koblenz sind auf dem dritten Platz (500 Euro) gelandet: Die Azubinen hatten die vorhandene Internationalität von alltäglichen Backprodukten in einer Bistroküche aufgearbeitet.
Außerdem wurden in diesem Jahr zwei Spezialpreise vergeben. Der Sonderpreis Niedersachsen, der vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Integration verliehen wurde, ging an die beiden Rapper KoK und DeKO aus Salzgitter. Die Künstler hätten mit ihrem Song "Niedersachsen passt auf! Gemeinsam gegen Rechts" ihr besonderes Engagement gegen Rassismus gezeigt, so die Begründung.
Den Sonderpreis der DGB-Jugend NRW erhielt die Jugend der Förderation demokratischer Arbeitervereine (DIDF) Krefeld für eine Sequenz aus ihrem Film "Vorurteile", in der diskriminierende Situationen bei Bewerbungsgesprächen für Auszubildende nachgestellt werden. "Migration muss ein Kernthema für Jugendarbeit in den kommenden Jahren werden. Wir begrüßen es außerordentlich, dass die DIDF einen Beitrag zu Integration und Migration im Alltag geleistet hat", erläuterte Antonia Kühn von der DGB-Jugend NRW.
Der Kumpelverein engagiert sich schon seit über 20 Jahren gegen Rassismus und tritt für die gleichen Rechte für alle ein. Unter dem Logo der "Gelben Hand" wurde 1986 von der Redaktion des Gewerkschaftsmagazins "ran" und der Gewerkschaftsjugend schließlich "Mach meinen Kumpel nicht an!" e.V. gegründet. Die "Gelbe Hand" wurde im Laufe der Jahre immer mehr zum übergreifenden Symbol gegen Fremdenfeindlichkeit.
Der Schwerpunkt des Vereins liegt in der aufklärenden und präventiven Tätigkeit. Er unterstützt Jugendliche und Erwachsene in ihrem sozialen und politischen Engagement für die Gleichberechtigung von MigrantInnen. Dies umfasst die Arbeitswelt, aber auch Aktionen im Jugend-, Schul- und Sportbereich.
Der Gewinner-Song zum Anhören:
www.gelbehand.de/data/01_titel_01.mp3(aus der Soli aktuell 1/09, Autor: Soli aktuell)