Vorfeldarbeit bedeutet für die DGB-Jugend: Ansprache von Jugendlichen außerhalb der Betriebe. Ziel der Aktivitäten ist es, den ersten Kontakt herzustellen. Ein Überblick
Die Vorfeldaktivitäten der DGB-Jugend haben sich in den vergangenen Jahren in drei wesentlichen Kernbereichen weiterentwickelt: Bei der Ansprache der Jugendlichen in allgemeinbildenden Schulen, in der Berufsschule und an Universitäten und Hochschulen.
Allgemeinbildende Schulen
Ziel der Ansprache von SchülerInnen in der Schule ist es, einen ersten Kontakt mit Gewerkschaften zu organisieren. Dies geschieht in der Regel in den Abgangsklassen, also in der Phase der Berufsorientierung. Schon hier kann die DGB-Jugend die gewerkschaftliche Kompetenz für Ausbildung und Arbeit in der Beratung und Unterstützung innerhalb der Berufsorientierung sehr gut platzieren und somit einen positiven Erstkontakt zwischen Gewerkschaft und SchülerInnen herstellen.
In fast allen Bezirken ist die DGB-Jugend regelmäßig an allgemeinbildenden Schulen präsent. Insgesamt wurden 2007 ca. 10.000 SchülerInnen der Abgangsklassen erreicht.
Planspiele zur Berufsorientierung und Beratung bei Bewerbung stellen im Wesentlichen die inhaltlichen Angebote dar. Die Jugendlichen erhalten konkrete Tipps und Anregungen bei der Suche nach einer geeigneten Ausbildungsmöglichkeit. Eine gute und kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Schulen bildet die Grundvoraussetzung für Zugang, Akzeptanz und Kontinuität. In einigen Bezirken besteht darüber hinaus eine Kooperation mit Krankenkassen, Agenturen für Arbeit und Unternehmen.
Berufsschulen
Die Berufsschularbeit hat sich in den letzten fünf Jahren zu einem wichtigen Schwerpunkt innerhalb der Vorfeldarbeit der DGB-Jugend entwickelt. Auszubildende werden angesprochen, die in klassischen Betriebsstrukturen durch die Gewerkschaften nicht erreicht würden.
Berufsschularbeit richtet sich an junge Leute in dualer, schulischer und außerbetrieblicher Ausbildung. Ihr Ziel: die politische Bildung und Interesse zu wecken an gewerkschaftlichen Themen und Handeln. Die Jugendlichen sollen ermutigt werden, sich zusammen mit anderen für ihre Rechte einzusetzen.
Welches Potenzial die Ansprache in den Berufsschulen birgt, zeigen folgende Zahlen: Bei einer Befragung von über 1.000 BerufsschülerInnen im Jahr 2007 gaben 67 Prozent an, noch keinen Kontakt zu einer Gewerkschaft gehabt zu haben. 38 Prozent konnten sich vorstellen, Gewerkschaftsmitglied zu werden.
DGB-Jugend und Gewerkschaftsjugend haben deshalb in den letzten Jahren die Arbeit an den Berufsschulen intensiviert. Hier wurden verschiedene Konzepte ausprobiert, eingeführt und weiterentwickelt: So gibt es den sechsstündigen Projekttag für Demokratie und Mitbestimmung (PDM), der einen Einblick in die Arbeit von Gewerkschaften bietet. Es gibt aber auch kürzere Unterrichtseinheiten von 45 bis 90 Minuten, die das Wichtigste zum Thema Gewerkschaften, Tarifverträge, Mitbestimmung und Interessenvertretung zusammenfassen. Ergänzt werden die Unterrichtseinheiten durch Teams und Infostände auf dem Schulhof.
Ausblick
Die DGB-Jugend hat 2007 damit begonnen, die Berufsschularbeit der Gewerkschaften und der DGB-Jugend in Zukunft noch besser zu verzahnen. Dazu gehören u.a. ein einheitlicher Auftritt auf dem Schulhof, eine bundesweite Homepage für Berufsschul-Lehrkräfte und eine bundesweite Schulung für die Ansprache auf dem Schulhof in einem so genannten Hofteam. Im Zentrum steht neben den Berufsschulinhalten das gewerkschaftliche Engagement.
Universitäten und Hochschulen
Das Projekt "Students at work" (SAW) bildet das »Dach« der gewerkschaftlichen Studierendenarbeit der DGB-Jugend. In der Regel erfolgt die Studierendenarbeit in Kooperation mit den Mitgliedsgewerkschaften.
Zielgruppen sind Studierende, die jobben oder ein Praktikum machen, (hochschul-) politisch interessiert sind, und AbsolventInnen während des Berufseinstiegs. Zeit zählt: Gerade AkademikerInnen müssen frühzeitig angesprochen werden, um sie als zukünftige Mitglieder gewinnen zu können.
Aktuell gibt es 38 so genannte Hochschulinformationsbüros (HIBs) an den Universitäten und Fachhochschulen. Flankiert wird die Arbeit vor Ort durch die SAW-Homepage mit Beratungsangeboten, Praktikumsbewertung, Infos zu Nebenjob und Praktikum sowie einem umfangreichen Intranet-Angebot für die Aktiven.
Zusatzinfos: Angebote von students at work
38 Hochschulinformationsbüros (HIBs) bzw. Campus-Offices vor Ort
Campustour in Berlin/Brandenburg
Beratung bei Problemen im Job oder Praktikum
Informationsveranstaltungen zu Nebenjobs/Praktika
Informationsveranstaltungen zu bestimmten Berufsfeldern/Branchen mit ReferentInnen aus den Mitgliedsgewerkschaften
Veranstaltungen zu hochschulpolitischen und gewerkschaftlichen Themen
Homepage
Zusatzinfos 2: Vorfeldarbeit: Maßnahmen – und erreichte SchülerInnen 2007
Projekttag »Demokratie und Mitbestimmung« (11.340)
Ansprache auf dem Schulhof (22.000)
Unterrichtseinheiten zu ausgewählten Themen (18.020)
Projekttag »Ausbildung und dann« (144)
Planspiel »Ready Steady Go« (910)
sechsstündiger Projekttag zur Berufsorientierung (500)
Berufsorientierungscamp (160)
Berufsinformationstage (2.910)
Berufsbildungsmessen (12.000)
Bewerbungstrainings (243)
Potential Assessment (40)
Schulische Wege zur Ausbildung (20)
Broschüre: »Schule – was dann« (12.500)
Seminare zur Lebensweg- und Berufswegplanung (985)
Projekttag »Interessenvertretung und Gewerkschaften« (1.230)
Beratungsstellen in Hauptschulen (300)
Projekttage »Fit for Life« (90)
Seminar für SchülerInnenvertretungen (230)
Gender-Projekt (400)