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DGB-Jugend zum Bildungsstreik 2010
Für das Menschenrecht auf Bildung
Zum heute (9. Juni 2010) bundesweit stattfindenden Bildungsstreik
erklärt DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf:
„Die
DGB-Jugend unterstützt den Bildungsstreik, der sich für ein sozial
gerechtes und qualitativ gutes öffentliches Bildungswesen einsetzt. Denn
ohne die Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung lassen sich soziale
Gerechtigkeit, Chancengleichheit und wirtschaftlicher Wohlstand in
Deutschland nicht erreichen.
Fast alle nationalen und
internationalen Vergleichsstudien stellen dem deutschen Bildungswesen
ein miserables Zeugnis aus: Es ist ein sozial selektierendes Schulsystem
mit einer zu hohen Zahl an Schulabbrüchen. Noch immer verlassen jedes
Jahr mehr als 65.000 junge Menschen die Schule ohne einen Abschluss.
Jedes
Jahr landen mehr als 400.000 Jugendliche in „Warteschleifen“ - im
Übergangssystem ohne Chance auf eine voll qualifizierende Ausbildung.
1,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren haben keine
abgeschlossene Berufsausbildung. Und noch immer sind unsere Hochschulen
chronisch unterfinanziert - und Arbeiterkinder in den Hörsälen drastisch
unterrepräsentiert.
Das deutsche Bildungswesen ist Weltspitze in
sozialer Auslese. Mehr noch: Die Bundesländer setzen bereits den
Rotstift bei Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen an. Wir kämpfen
gemeinsam mit der jungen Generation für ein gutes Bildungswesen, das
gleiche Chancen für alle Menschen garantiert.“
Echte
Kehrtwende gefordert
Die DGB-Jugend fordert eine echte Kehrtwende
in der Bildungspolitik. Bund und Ländern müssen dafür die chronische
Unterfinanzierung unseres öffentlichen Bildungssystems beheben.
Das
bedeutet:
Mehr Investitionen für ein besseres öffentliches
Bildungswesen. Mehr Ganztagsschulen und bessere Kindertagesstätten, eine
bessere Ausstattung der Hochschulen und den Ausbau des BAföG, für eine
bessere Weiterbildung.
Für die Umsetzung dieser Forderungen muss
ein Milliarden-Paket aufgelegt werden.
Gute Bildung braucht
Zeit: Die verkürzte Schulzeit, der sechssemestrige Turbo-Bachelor und
zweijährige Berufsausbildungen sind nur die bekanntesten Auswüchse einer
Bildungspolitik unter dem Spar-Diktat.
Bildungsgebühren
abschaffen. Bildung darf nicht als Dienstleistung verstanden werden, die
nur in Anspruch nimmt, wer es sich leisten kann. Die DGB-Jugend fordert
die Abschaffung aller Bildungsgebühren vom Kindergarten bis zur
Hochschule.
Das Menschenrecht auf Bildung muss auch in
Deutschland verwirklicht werden: Die soziale Spaltung in den
Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen, in der beruflichen Bildung
und der Weiterbildung ist und bleibt ein gesellschaftlicher Skandal.
Material
Die Soli extra zum Bildungsstreik:
hier.

Der DGB-Jugend-Flyer zum Bildungsstreik:
hier.

Das
"Wir-Video": Die Grußbotschaft der DGB-Bundesjugendkonferenz an die Bildungsstreikenden, November
2009:
hier.

Der Zehn-Punkte-Plan der DGB-Jugend gegen die Bildungsmisere:
hier.