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Bildungsstreik 2009 im November

Streik für Grundrechte

(dgb-jugend, 17. November 2009) Die DGB-Jugend erklärt sich mit den "Bildungsstreiks" im November 2009 solidarisch.

Besetzungen, Streiks, Flashmobs - an über 100 Hochschulen Deutschlands legten Studierende im November 2009 den Betrieb lahm. Die Studierenden machen auf Missstände im Bildungssystem aufmerksam - überlastete Studiengänge, sozialen Ungleichheit, chronische Unterfinanzierung der Unis. Und vor allem: Mängel bei der Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse.
Die DGB-Jugend hat sich solidarisch mit dem „Bildungsstreik 2009“ erklärt: „Alle Menschen haben ein Grundrecht auf Bildung. Sie ist die unverzichtbare Grundlage für Lebensperspektiven, Berufschancen und selbstbestimmte Teilhabe an einer demokratischen Gesellschaft“, sagte DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf anlässlich des Aktionstages am 17. November 2009.

Die Proteste sind nach Auffassung der DGB-Jugend Ausdruck dessen, was in der Gesellschaft schieflaufe: Das Bildungssystem sei sozial ungerecht. Studiengebühren und die Einführung eines unflexiblen und verschulten Graduiertensystems von Bachelor und Master nützten in der Wissensgesellschaft keinem. Im Gegenteil: Dies stehe vernünftigem Lernens ebenso entgegen wie dem Ziel einer aufgeklärten und demokratischeren Gesellschaft.

Die DGB-Jugend teilt die Kritik der Studierenden, das Studium sei nur an wirtschaftlichen Kriterien der Verwertbarkeit orientiert. Für die Verwirklichung eines hochwertigen und leistungsfähigen Bildungssystems ist nach einer aktuellen Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ein Mehrbedarf von jährlich mindestens 36,94 Milliarden Euro nötig.

Die Gewerkschaftsjugend hat die Streikaktionen vor Ort daher auch ganz praktisch unterstützt - durch Bereitstellung von Technik und Kontakten. Mancherorts waren auch Demonstrationen über die DGB-Jugend angemeldet worden.

Die DGB-Jugend hat einen Zehn-Punkte-Plan für eine nationale Bildungsstrategie entwickelt. Siehe hier.

Auch der DGB entsendet den streikenden Studierenden eine Grußadresse. Das Menschenrecht auf Bildung müsse auch in Deutschland verwirklicht werden. Die soziale Spaltung im Bildungswesen sei ein gesellschaftlicher Skandal: "Wir kämpfen mit Euch für ein gutes Bildungswesen, das gleiche Chancen für alle Menschen garantiert!" Die Soliadresse gibt's hier.

Die GEW startete im November einen gemeinsamen Aufruf europäischer Bildungsgewerkschaften zur Unterstützung des Bildungsstreiks.

Die IG Metall hat zum Bildungsstreik ein Acht-Punkte-Programm für mehr Qualität im Studium entwickelt, das hier nachzulesen ist.

Bildungspolitische Analysen, die in die Streik-Zeit passen, hat der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) anläßlich des Sreiks auf studis-online.de veröffentlicht.