Im Schnitt machen 40 Prozent der Auszubildenden regelmäßig Überstunden (siehe Grafik),
bei den Hotelfachleuten sind es sogar 70 Prozent. Nur 20 Prozent der
Befragten können sicher sein, nach der Ausbildung übernommen zu werden.
"Wenn der Facharbeitermangel so groß ist, wie die deutsche Wirtschaft
immer behauptet, ist es nicht nachvollziehbar, warum nur so wenige
Unternehmen ihren Auszubildenden eine berufliche Perspektive eröffnen",
kritisierte Sehrbrock. Sie forderte die Unternehmen auf, mehr
ausgebildete Jugendliche zu übernehmen: "Wenn es gar nicht anders geht,
wenigstens für ein halbes Jahr. Sich aus einem bestehenden
Arbeitsverhältnis zu bewerben ist allemal leichter als aus der
Arbeitslosigkeit."
Im Ranking der 25 häufigsten Ausbildungsberufe werden die
Industriemechaniker am besten beurteilt (siehe Grafik, Vergrößerung durch Klick): fachliche Anleitung,
Ausbildungsinhalte und Vergütung stimmen. Dies trifft auch auf
Kaufleute für Bürokommunikation und Bankkaufleute zu. Schlechte
Beurteilungen gab es vor allem für Gastronomieberufe, Bäcker und
Maler. Die Auszubildenden kritisieren mangelnde fachliche Anleitung,
ausbildungsfremde Tätigkeiten sowie viele Überstunden.
Der DGB sieht vor allem "auf den letzten Plätzen" erheblichen Verbesserungsbedarf. Von zentraler Bedeutung seien dabei kompetente Ausbilderinnen und Ausbilder. Sehrbrock forderte, bei der laufenden Überarbeitung der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) die Qualitätskriterien zu erweitern und den Ausbilderinnen und Ausbildern ein Recht auf Weiterbildung einzuräumen.
Zusatzinfos/-material:
ausbildung-fuer-alle.de: Mit der Initiative "Ausbildung für alle"
machen die Gewerkschaften, Landesschülervertretungen und viele weitere
Partner die skandalösen Zustände auf dem Ausbildungsmarkt publik und
tragen ihre Forderungen für mehr und bessere Ausbildung in die
Öffentlichkeit