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DIHK-Ausbildungsumfrage 2011

Warteschleifen verhindern – Perspektiven schaffen

(dgb-jugend, 12. April 2011) Die DGB-Jugend begrüßt das Ergebnis der diesjährigen DIHK-Ausbildungsumfrage, dass die Wirtschaft 40.000 neue Ausbildungsplätze schaffen will. Ausreichend ist diese Zahl aber bei weitem nicht.

Die genannten 40.000 Ausbildungsplätze sind nach Meinung der DGB-Jugend bei weitem nicht genug, um die Situation auf dem Ausbildungsmarkt nachhaltig zu verbessern. Zwar beklage die Wirtschaft zunehmend, dass die eigenen Ausbildungsstellen nicht besetzt werden könnten, allerdings gebe es gleichzeitig immer noch viele Jugendliche, die 2010 trotz aller Bemühungen keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Dies seien keineswegs nur leistungsschwache SchulabgängerInnen, wie oftmals behauptet: Allein 84.600 von ihnen sei von der Bundesagentur für Arbeit die "Ausbildungsreife" bescheinigt worden.

"Allein im Jahr 2010 landeten mehr als 320.000 Jugendliche in den Warteschleifen und Ersatzmaßnahmen des so genannten Übergangssystems", sagt DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf. "Und dies ohne Aussicht auf eine qualifizierte Ausbildung, die zu einem Berufsabschluss führt. Jugendliche, die einzig aufgrund mangelnder Ausbildungsangebote keinen betrieblichen Ausbildungsplatz finden, benötigen keine berufsvorbereitende Maßnahme und keine Einstiegsqualifizierung."

Die lang geübte Praxis der Unternehmen, sich die besten SchulabgängerInnen auszusuchen und den Rest als ausbildungsunfähig abzuschreiben, sei nicht nur den BewerberInnen gegenüber ungerecht, sondern verstärke auch unmittelbar den Fachkräftemangel.

Potenzial gebe es aus Sicht der DGB-Jugend diesem Land genug: Die Jugendlichen mit schlechteren Startchancen: die so genannten AltbewerberInnen, die die Schule bereits seit mehr als einem Jahr verlassen haben (2010: 46 Prozent der BewerberInnen), und die große Gruppe der jungen Menschen, die bisher keinen qualifizierenden Berufsabschluss haben. Im Alter von 20 bis 29 Jahren sind das 1,5 Millionen Menschen - 17 Prozent dieser Altersgruppe.

"Diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben ein Recht auf Unterstützung und Förderung", sagt Rudolf. Sie dürften nicht einfach als ausbildungsunreif abgestempelt werden, damit machten es sich die Unternehmen zu einfach. "Was sie brauchen, ist eine faire Chance in Form eines Ausbildungsplatzes und gegebenenfalls, je nach individueller Situation, Unterstützung und Förderung."

Dabei seien auch die Unternehmen gefragt, denn hier liege ein großes Reservoir für zukünftige Fachkräfte.


Die Ausbildungsumfrage des DIHK: www.dihk.de/presse...


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