Top
Wirtschaftskrise
DGB fordert "Schutzschirm für Ausbildungsplätze"
(dgb-jugend, 4. Februar 2008) Angesichts der Wirtschaftskrise fordert der DGB einen "wirksamen
Schutzschirm für Ausbildungsplätze". Die üblichen unverbindlichen
Ankündigungen der Ausbildungspaktpartner würden den Jugendlichen nicht
helfen, nachdem die Krise bereits 2008 den Ausbildungsmarkt erreicht
habe, erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am
Montag (2. Februar 2008) in Berlin anlässlich der Bilanz des Ausbildungspakts. Die
Bundesregierung und die Arbeitgeber dürften die Lage nicht länger
beschönigen.
Nötig seien stattdessen schnell wirkende Maßnahmen zur Stabilisierung
des Ausbildungsmarktes, forderte Sehrbrock. Die Bundesregierung
sollte Ausbildungsfonds auf regionaler oder Branchenebene finanziell
fördern. Zudem müssten die Kammern auf gesondert erhobene Gebühren
für ausbildende Betriebe - zum Beispiel für Eintragung und Prüfung -
verzichten. Diese Kosten sollten von allen Betrieben gemeinsam
getragen werden, da alle Betriebe von qualifizierten Fachkräften
profitierten. Vor allem benachteiligte Jugendliche könnten Verlierer
der Krise werden. Deshalb sollten Bund und Länder Ausbildung
begleitende Hilfen zu einem Regelangebot für die Betriebe ausbauen.
Grundsätzlich zeigt auch die aktuelle Krise nach Ansicht Sehrbrocks,
dass konjunkturelle Einbrüche sofort auf den Ausbildungsmarkt
durchschlagen. Damit aber würden die Lebensperspektiven vieler
Jugendlicher verschlechtert. Deshalb müsse das Recht auf Ausbildung
durchgesetzt werden, unter anderem indem vorrangig Konjunktur unabhängige
Lehrstellen gefördert werden. Dringlich und wichtig sei zudem, dass
die Betriebe ausgebildete Jugendliche weiter beschäftigen und nicht
in die Arbeitslosigkeit entließen. Das liege auch im Interesse der
Unternehmen, die spätestens beim nächsten Aufschwung Fachkräfte
benötigten.
Bereits 2008 wurden 9.270 weniger Ausbildungsverträge (-1,5 Prozent)
abgeschlossen als im Jahr zuvor, sagte die Gewerkschafterin zur
Begründung. Von den rund 620.000 gemeldeten jugendlichen Bewerberinnen
und Bewerbern habe lediglich rund die Hälfte einen betrieblichen
Ausbildungsplatz erhalten, stelle die Jahresstatistik der Bundesagentur
für Arbeit fest. In diesem Jahr drohe die Rezession noch stärker auf
den Ausbildungsmarkt durchzuschlagen.