(dgb-jugend, 8. Januar 2008) Die jährliche Statistik über die Ausbildungsvergütung in Deutschland liegt vor. Die Zahlen 2008, wie immer ermittelt vom Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) zeigen, dass der Lohn für Azubis durchschnittlich um 2,2 Prozent gestiegen ist. Zum Vergleich: Die Inflationsrate beträgt im Jahr 2008 2,6 Prozent.
Der durchschnitlliche Verdienst eines Azubis liegt 2008 in Deutschland bei 642 Euro. Im Westen beträgt er 657 Euro, das entspricht einer Erhöhung um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2007 stieg der Lohn in Westdeutschland noch um 2,4 Prozent.
In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2008 um 2,9 Prozent auf durchschnittlich 567 Euro im Monat – und somit etwa gleich stark wie im Jahr zuvor (2,8 Prozent).
Weitere Ergebnisse der Auswertung: Im Osten verdienen die Azubis nach wie vor weniger als im Westen. Wie im Vorjahr wurden auch 2008 im Osten 86 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht.
Die mit Abstand höchsten Ausbildungsvergütungen wurden in West- und Ostdeutschland im Beruf Binnenschiffer/Binnenschifferin mit jeweils 925 Euro pro Monat erzielt. Hohe Vergütungen sind seit langem auch in den Berufen des Bauhauptgewerbes (zum Beispiel Maurer/Maurerin) tariflich vereinbart: Sie betrugen 2008 in Westdeutschland durchschnittlich 873 Euro und in Ostdeutschland 679 Euro pro Monat.
Ebenfalls hoch waren die Vergütungen in West- und Ostdeutschland mit durchschnittlich jeweils 815 Euro im Beruf Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen.
Eher niedrige Ausbildungsvergütungen wurden dagegen zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (West: 409 Euro, Ost: 376 Euro), Florist/Floristin (West: 424 Euro, Ost: 312 Euro), Friseur/Friseurin (West: 438 Euro, Ost: 269 Euro) und Bäcker/Bäckerin (West: 478 Euro, Ost: 390 Euro) gezahlt.
Insgesamt verteilen sich die Ausbildungsvergütungen in den untersuchten Berufen im Jahr 2008 wie folgt: In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 55 Prozent der Auszubildenden zwischen 500 und 749 Euro. Weniger als 500 Euro erhielten 10 Prozent der Auszubildenden, wobei Vergütungen unter 400 Euro selten waren; 750 Euro und mehr gingen an 35 Prozent der Auszubildenden.
In Ostdeutschland waren für 38 Prozent der Auszubildenden Vergütungen von 500 bis 749 Euro zu verzeichnen. Unter 500 Euro lagen die Vergütungen für 45 Prozent der Auszubildenden, für 15 Prozent sogar unter 400 Euro. 17 Prozent der Auszubildenden erhielten eine Vergütung von 750 Euro und mehr.
Das BIBB errechnete auch die Vergütungsdurchschnitte für die weiblichen und männlichen Auszubildenden: Danach kamen in Westdeutschland die männlichen Auszubildenden auf durchschnittlich 672 Euro, die weiblichen auf 635 Euro. In Ostdeutschland betrug der Durchschnitt für männliche Auszubildende 577 Euro und für weibliche 548 Euro. Die abweichenden Vergütungsdurchschnitte erklären sich dadurch, dass junge Frauen häufiger in Berufen mit einer niedrigeren Ausbildungsvergütung anzutreffen sind als junge Männer.
Bei allen Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütungen während der gesamten Ausbildungszeit. Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergeben sich für 2008 folgende Werte:
- In Westdeutschland betrugen die Vergütungen im 1. Lehrjahr durchschnittlich 584 Euro, im zweiten 652 Euro und im dritten 728 Euro pro Monat.
- In Ostdeutschland beliefen sich die Ausbildungsvergütungen im 1. Lehrjahr auf durchschnittlich 503 Euro, im zweiten auf 570 Euro und im dritten auf 630 Euro pro Monat.
Die komplette Pressemeldung mit Schaubildern ist zu finden unter
www.bibb.de/...