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Fazit zum Ausbildungsjahr 2010

Weiterhin angespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt

(dgb-jugend, 24. März 2011) Das Ausbildungsjahr 2010 war wieder einmal enttäuschend: Erneut ist das Ausbildungsplatzangebot weiter zurückgegangen, um 4.000 Plätze auf nun 580.000. Die Zahl der Bewerber/innen ging zwar auch leicht zurück auf 844.500, aber bei weitem nicht so, dass sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt entspannen würde. So konnten lediglich 66,3% dieser Bewerber/innen eine duale betriebliche Ausbildung beginnen. 84.600 "ausbildungsreife" Jugendliche hatten überhaupt keinen Erfolg auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz und wurden entweder mit Übergangsmaßnahmen abgespeist oder blieben ganz auf der Strecke. Entgegen dem zunehmenden Gerede vom drohenden Fachkräftemangel und fehlenden Ausbildungsbewerbern wird bei 19.600 offen gebliebenen Stellen und 84.600 unversorgten Bewerber/innen wieder einmal deutlich: es wird ganz einfach zu wenig ausgebildet!

Am deutlichsten lässt sich die Situation mit der sogenannten "erweiterten Angebots-Nachfrage-Relation" ausdrücken. Nach dieser standen im Jahr 2010 rechnerisch 89,9 unbesetzten Ausbildungsplätzen exakt 100 Nachfrager/innen gegenüber. D.h. selbst wenn alle Bewerber/innen genau in den Branchen ihre Ausbildung machen wollten, in denen Betriebe Stellen anbieten würden und diese auch alle für die Bewerber/innen regional erreichbar wären, bleibt immer noch jede/r Zehnte ohne Ausbildungsstelle! Für ein auswahlfähiges Angebot hat aber das Bundesverfassungsgericht schon vor vielen Jahren eine Relation von 112,5% gefordert. Ein Ziel und eine Zahl von dem wir noch weit entfernt sind.
Um den Zustand noch einmal mit zwei anderen Zahlen zu beschreiben:
•    Über 400.000 junge Menschen landen jedes Jahr in Maßnahmen des sogenannten "Übergangsystems". Diese sollen eigentlich den Übergang zur Ausbildung erleichtern, für sehr viele ist es aber nur eine "Parkmaßnahme", da sie keine freie Ausbildungsstelle finden konnten.
•    1,5 Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss, das sind ganze 17% der Altersgruppe.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen und Entwicklungen von einem Fachkräftemangel zu sprechen ist mehr als zynisch. Denn es gibt da eine ganz einfache Lösung. Diese gibt nicht nur den betroffenen jungen Menschen Perspektiven, Entfaltungsmöglichkeiten und Arbeit, sondern wirkt, so ganz nebenbei, auch einem Fachkräftemangel entgegen. Die Betriebe müssen nur mehr und gut ausbilden!

Stellungnahme der Gewerkschaften zum demnächst erscheinenden Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: hier.


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